21. Juni
2010

Nachsitzen für die Eins

von tboley um 09:13 Uhr

Es gibt eine Zeitung, die wirbt in ihrem Titel damit, die Nummer eins in Bielefeld zu sein. Vermutlich bezieht sich das auf die Auflage.

Was die Kompetenz bei wirtschaftlichen Themen angeht, sieht es bei der Neuen Westfälischen anscheinend eher düster aus. Entweder fehlen der Zeitung entsprechende Leute oder aber diese waren am Wochenende in einer anderen Wirtschaft. Anders ist die Überschrift auf der Titelseite

Deutscher Exportmotor springt an

jedenfalls nicht zu erklären. Da wird ohne zu hinterfragen ein Zitat von Werner Schnappauf, BDI-Hauptgeschäftsführer, übernommen. Den Rest des Artikels hat man wohl auch irgendwo aufgeschnappt.

Bei einer sauberen Recherche wäre man dahinter gekommen, dass Deutschland kein Problem mit einem zu geringen Export hat. Das Gegenteil ist der Fall. Deutschland ist, gerade auch im europäischen Vergleich, Exportmeister.

Der deutsche Exortmototor springt nicht an, er läuft bereits seit längerm auf Hochtouren – zu Lasten von Ländern wie Griechenland. Das Problem was wir derzeit haben, ist die kaum vorhandene Binnennachfrage.

Das Land benötigt keine weitere Steigerung der Exporte bei sinkenden Reallöhnen, sondern ein Klima des Konsums. Dazu gehört vor allem, den Menschen in diesem Land die Angst zu nehmen.

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Schweigen im Walde zu „Nachsitzen für die Eins”
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