Vuvuzela des Todes

Vuvuzela des Todes

Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Vor dem Spiel der eigenen Mannschaft ist vermutlich noch der letzte deutsche Fan in einen der Elektronikmärkte gerannt, um einem der tollen neuen HD-Fernseher zu erwerben.

Live dabei sein, verspricht die Werbung. Nun, jetzt sind sie zur Hause live dabei, kommen in den vollen Genuss der Stadionatmosphäre. Trotzdem, nein gerade deswegen geht jetzt das Geheule los. Ein traditionelles Instrument, dass die afrikanischen Fans spielbegleitend verwenden, sorgt für koloniale Misstöne. Sogar von einem Verbot der Vuvuzelas ist mittlerweile die Rede. Dabei wurden die Tröten sogar als billiges Imitat in den Nationalfarben hierzulande massenhaft unters Volk gebracht.

Fußball meets Folklore, dass Ganze dann für fünf Euro. Kaum läuft die WM an, stellt man dann fest, dass 130 dB doch ganz schön laut sind. Vor allem dann, wenn im Stadion nicht nur eine einsame Vuvuzela erklingt. Als typisch deutsch dürfte jetzt die Diskussion um ein Verbot gelten. Besonders amaßend dabei, dass ehemalige weiße Kolonialisten der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung von Südafrika jetzt wieder Vorschriften machen will.

Wen der Klang der Vuvuzelas wirklich stört, der kann entweder den Ton abdrehen oder einfach etwas anderes schauen. Zum Beispiel die Dokumentation über Tiefseefische vor der Küste Afrikas.

Für die deutschen Fernsehsender gäbe es noch eine andere Empfehlung, nämlich der Verzicht auf die direkte Tonspur, Berichterstattung aus dem Studio in Deutschland und dezentes beimischen der hierzulande üblichen und erwünschten Spielatmosphäre.

Sollte die Vuvuzelas tatsächlich verboten werden, so gibt es dafür auf jeden Fall schon den passenden Begriff: Diskriminierung.

4 Replies to “Vuvuzela des Todes”

  1. Ich bin dagegen die Vuvuzelas zu verbieten in Afrika. Ist ist ein Stück Kultur in Afrika, damit sollten sich die Europäer abfinden, dafür dass wir ihr Land ausbeuten ist das ein geringer Preis.

  2. Das permanente „rumgetröte“ der Vuvuzelas hat nichts mit afrikanischer Fussballkultur im allgemeinen zu tun. Vielmehr könnte man diesen Ton als Kulturterror der Südafrikaner bezeichnen.
    In jedem Stadion dieser Welt äußert sich Fussballbegeisterung mit mehr Emotionen und Abwechslung
    Ich empfehle den Kommentatoren einen Stadionbesuch.

  3. „erwünschte Stadionatmosphäre“ – das trifft den Nagel auf den Kopf. Dann kann man sich auf dem Fernseher das ganze auch noch in Farbthema „Eiche-rustikal“ anzeigen lassen und schon passt die Sache endlich.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren