Was gerecht ist

Wer Beträge in den Raum wirft und Schicksale miteinander vergleicht, nur um zum Schluß zu kommen, dass es vielen noch zu gut geht, der begibt sich in die Gefielde der Stammtische. Die Frage danach, ob es gerecht sei, wenn eine vierköpfige Familie (zwei Eltern, zwei Kinder) als Hartz IV Empfänger ohne zu arbeiten rund 1.800 Euro im Monat vom Staat erhält, stellt sich im Grunde nicht.

Eine solche Frage als Bundesministerin, gerade auch für den Bereich Familie, in den Raum zu werfen, zeigt das man entweder realitätsfern oder skrupellos ist. Den Betrag mit dem zur Verfügung stehenden Einkommen einer ander Familie zu vergleichen, wo ein oder beide Elternteile berufstätig sind, zeigt nur, dass in Deutschland die Löhne zu niedrig sind. Was am Rande erwähnt, auch einer der Gründe für die Staatsverschuldung in Griechenland ist.

Es darf nicht sein, dass Zahlen in den Raum geworfen werden, um sich Zustimmung zu erheischen, bei den schwächsten in der Gesellschaft gnadenlos weiter zu sparen. Wir brauchen keine Kürzungen bei Hartz-IV Empfängern, sondern endlich Mindestlöhne. Abstand, wenn überhaupt notwendig, da ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle der bessere Weg wäre, lässt sich nicht nur durch kürzen, sondern auch durch erhöhen erreichen.

Kommen wir aber noch mal auf die Summe von 1.800 Euro zurück. So viel, wie es sich vielleicht anhört, ist es nämlich gar nicht. Durch vier geteilt ergibt das gerade mal 450 Euro pro Person. Wäre mal interessant zu wissen, welcher Student mit diesem Betrag pro Monat auskommt, wenn er nicht zu Hause wohnt und alles, auch die Reparatur der Waschmaschine, davon bezahlen muss. Zur Erinnerung: der BaFöG Höchstsatz beträgt derzeit 648 Euro.

Das Schüren einer Sozialneiddebatte, wie es Frau Schröder versucht, dient nur dazu, Hilfsbedürftige gegeneinander auszuspielen. Wir sollten der Bundesfamilienministerin nicht den Gefallen tun uns darauf einzulassen.

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