Spiegel aus Ruinen

Spiegel aus Ruinen

Es scheint wieder ein Jahrestag anzustehen, denn der Spiegel wartet mit einem sensationellen Titelthema auf: „Aus Schutt und Schuld. Der unglaubliche Wiederaufstieg der Deutschen nach 1945”.

Das Thema ist im Spiegel ein Dauerbrenner und sorgt wahrscheinlich für eine Bombenauflage. Ähnlich wie die sensationelle Fotoserie mit Bilder vom Führer bei seiner Erstkomunion. Wem der Artikel im Heft nicht reicht, der bekommt zusätzlich das Elend in voller DVD-Länge als Gratisbeigabe. Einem gemütlichen Fernsehabend mit Knaberreien steht also nichts mehr im Weg.

Erinnerung ist wichtig. Sich der Geschichte seines Landes bewusst sein, ist sehr wichtig. Aber immer wieder die gleichen Themen nur wegen der Auflage (wobei, wer liesst das eigentlich?) durchzukauen, ist es nicht. Es besteht sogar die Gefahr der Ermüdung.

Das solche Themen aus der Truhe geholt werden, wenn das Heft mangels anderem Material droht, zu dünn zu werden, könnte eine andere Theorie sein. Wobei es derzeit nicht an Themen mangeln dürfte. Eine sachliche Dokumentation, warum es wichtig ist Griechenland zu helfen und warum es keinen Zweck hat, der D-Mark hinterher zu trauer, wäre eine Option.

Es kann aber auch sein sein, das DER SPIEGEL dem Spiegel ähnelt. Der ist nämlich nicht nur glatt, sondern vor allem flach.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren