Gebt uns ruhig das Geld

Samstag, Tag der Arbeit. Ein Feiertag. Auf jeden Fall ein guter Grund, spät aufzustehen und den schon etwas späteren Morgen mit einem großen Pott Kaffee und der Tageszeitung zu beginnen. Da die Neue Westfälische aus welchen Gründen auch immer im Gegensatz zur Süddeutschen Zeitung heute ausgeliefert wurde, kam ich in den Genuss frischer Schlagzeile.

Allerdings war ich mir bei einer Schlagzeile nicht sicher, ob der lokale Fußballverein, der derzeit in der zweiten Bundesliga verliert, noch ganz frisch im Kopf ist:

Arminia ohne Steuergelder nicht zu retten

Stolze sechs Millionen Euro will der von Insolvenz bedrohte Verein von der Stadt Bielefeld haben. Mein Vater pflegte immer zu sagen, dass man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen kann. In diesem Fall ist der nackte Mann die Stadt Bielefeld, die selber mit einem 150 Euro großen Haushaltsloch dasteht.

Es ist herzlich egal, welche angebliche Bedeutung Arminia für die Stadt und Region hat. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich prügelnde und randalieren Fußballfans umbedingt imagefördernd sind. Von den kosten der Polizeieinsätze bei Heimspielen reden wir lieber erst gar nicht.

Armina helfen? Auf gar keinen Fall! Mit dem Geld, wenn man es denn hätte, ließe sich bessere anfangen, wie zum Beispiel Krippenplätze und Schulsanierungen. Sollte der Rat der Stadt tatsächlich beschließen, dass Arminia finanziell unterstützt wird, dann wäre dies ein Armutszeugnis. Wenn Politiker sich, ob Fußballfan oder nicht, zu solchen Dingen hinreissen lassen, dann verdienen sie das gleiche wie Arminia: den Abstieg.

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