Silber Fische

Seit meiner Kindheit bin ich auf Nivea als Gesichtscreme geeicht. Die Prägung geht soweit, dass ich die meisten anderen Cremes nicht vertrage. Kann aber auch sein, dass meine Haut so empfindlich ist, dass ich nur Nivea vertrage.

Wie dem auch sei. Zu dieser Präferenz für die Marke, bei der es zertifizierte Naturkosmetik leider schwer hat, kommt noch meine Neugier. Im Supermarkt reicht es aus, wenn auf einem Produkt Neu steht, um in den Einkaufswagen zu gelangen. Das ich mich mit Gratisproben ködern lasse, liegt auf der Hand.

Vor ein paar Tagen erhielt ich von Nivea mit der Tagespost ein neues Pflegeprodukt als Probe. Das ich der Firma Bayer nie meine Adresse oder andere Daten überlassen habe, sei hier noch mal explizit erwähnt, auch wenn das Thema Datenschutz nicht auf der heutigen Agenda steht.

Bei der Probe handelte es sich um ein Duschgel für Männer aus der Serie Silver Protect

Zunächst habe ich es nur in die Nähe der Dusche gelegt mit dem Vorhaben, es irgendwann auszuprobieren. Je länger das da allerdings lag, desto unsicherer wurde ich, ob das wirklich eine gute Idee sei. Gestern habe ich dann die Probe als Sondermüll entsorgt, ohne sie zu verwenden.

Es mag vermutlich derzeit extrem hipp sein, sämtlichen Produkten Silber hinzu zufügen, aber ich bin mir sicher, dass das keine gute Idee ist. Ob die Menge im Produkt tatsächlich ausreicht, um einen antibakteriellen Effekt zu bewirken, sei dahingestellt. Nicht von der Hand weisen lässt sich dagegen, dass Silber ein Metall ist, was mit Sicherheit nicht ins Abwasser gehört.

Mir ist nicht klar, welche Auswirkung Silber in den Kläranlagen hat, aber ich meine mich an einen Bericht in der ökotest zu erinnern, der nichts Gutes erahnen ließ. Für die Umwelt dürfte der Silberfimmel schädlich sein.

Sofern Silber dann auch noch ins Grundwasser und in die Flüsse gelangt, werden wir es dann wohl in konzentrierter Form als Trinkwasser oder mit Fisch auf dem Teller aufnehmen und im Körper lagern. Keine besonders beruhigende Vorstellung.

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