Subjektive Angst

Subjektive Angst

Die Zeitung mit der roten Farbe (nicht BILD, sondern die Neue Westfälische) macht Auflage mit der Angst. Zumindest sieht es so aus. Auf Seite eins befindet sich ein großer Artikel zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Dieses hatte in seinem jüngsten Urteil die bisherige Vorratsdatenspeicherung für rechtswidrig erklärt. Der Tenor in der NW dazu: Kriminalität und Terroranschläge werden jetzt drastisch zunehmen.

Um das Ganze zu untermauern, gibt es im Lokalteil einen Bericht über das Opfer einer Gewaltat am Jahnplatz. Ein 17-jähriger wurde schwer verletzt und ist seit der Tat halbseitig gelähmt.

Drei Seiten weiter erfährt der bereits verängstigte Leser etwas über die Entwicklung der Gewaltkriminalität in Bielefeld. Die offizielle Polizeistatistik verzeichnet eine Zunahme an Straftaten im letzten Jahr.

Das Fazit nach dem Frühstück: Bielefeld ist ein gefährliches Pflaster. Wer abends ins Kino geht, weiß nicht, ob er unversehrt wieder nach Hause kommt.

Wer nach der Lektüre zum Thema Voratsdatenspeicherung und Videoüberwachung befragt wird, dürfte wohl eine Ausweitung von beidem befürworten. Selbst bei mir macht sich ein Gefühl der subjektiven Bedrohung breit.

4 Replies to “Subjektive Angst”

  1. Was ist bloß in Bielefeld los? Demnächst verlagern sich die Truppen aus Afghanistan nach Bielefeld ;-)

    Der Schmierenjournalismus dieser Zeitung ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde. Seriöse Recherche sieht anders aus.

  2. Oh mein Gott! Muss ich jetzt, um nach Bielefeld einreisen zu dürfen, auch meine Schuhe ausziehen und in den Nacktscanner?
    Also ich glaube auch, dass die Kriminalität und Terroranschläge drastisch zunehmen werden nur weil die Vorratsdatenspeicherung jetzt verboten ist. Die Menschen werden jetzt darauf so aggressiv reagieren, dass sie sich anzünden werden.
    Ganz falscher Weg – ganz falsch!
    Also das nächste Mal wähle ich die Bundesverfassungsgericht – Partei nicht wieder! So!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren