Salz aus in Bielefeld

In Bielefeld geht, wie in vielen anderen Komunen im Land, das Streusalz aus. Mitten im Winter. Der kam diesmal auch völlig überraschend. Gerade hatten wir noch einen sonnigen Herbst und jetzt versinkt die Stadt im Schnee.

Die Komunen weisen natürlich jede Schuld von sich und zeigen auf den Esco, der bundesweit Salz liefert. In der Neuen Westfälischen wurde zudem berichtet, wie viel Tonnen Salz vor dem so genannten Schneechaos in Lagerhallen untergebracht waren.

Die Zahlen sind aber völlig irrelevant, denn dem Leser fehlt der Bezug. Für einen Hausmann hören sich 20.000 Tonnen sehr viel an. Damit ließen sich viele Suppen kochen. Nur was heißt das für eine Stadt wie Bielefeld? Einfacher wäre es wohl, wenn man die Menge Streusalz in Verbindung bringt mit dem, was vor 20 oder 30 Jahren noch üblich war.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die eingelagerte Salzmenge kontinuierlich reduziert wurde. Vorräte kosten Geld, auch wenn sie im Falle von Salz nicht verderben können. Statt ausreichend eigene Vorräte anzulegen, hat man sich vermutlich auf eine riskante Spekulation eingelassen. Es wurde wohl angenommen, dass es nur noch milde Winter gibt. Für den Fall, dass es dann doch schneit, hat man sich darauf verlassen, dass die European Salt Company just in time liefert. Wo die so schnell die Menge Salz herbekommt und vor allem wie das Salz bei witterungsbedingten Verkehrseinschränkungen geliefert werden soll, wurde wohl nicht bedacht.

Der derzeitige Salzmangel hinterlässt daher einen Faden Geschmack. Was wurde auf Kosten der Sicherheit gesparrt.

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