Salz aus in Bielefeld

Salz aus in Bielefeld

In Bielefeld geht, wie in vielen anderen Komunen im Land, das Streusalz aus. Mitten im Winter. Der kam diesmal auch völlig überraschend. Gerade hatten wir noch einen sonnigen Herbst und jetzt versinkt die Stadt im Schnee.

Die Komunen weisen natürlich jede Schuld von sich und zeigen auf den Esco, der bundesweit Salz liefert. In der Neuen Westfälischen wurde zudem berichtet, wie viel Tonnen Salz vor dem so genannten Schneechaos in Lagerhallen untergebracht waren.

Die Zahlen sind aber völlig irrelevant, denn dem Leser fehlt der Bezug. Für einen Hausmann hören sich 20.000 Tonnen sehr viel an. Damit ließen sich viele Suppen kochen. Nur was heißt das für eine Stadt wie Bielefeld? Einfacher wäre es wohl, wenn man die Menge Streusalz in Verbindung bringt mit dem, was vor 20 oder 30 Jahren noch üblich war.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die eingelagerte Salzmenge kontinuierlich reduziert wurde. Vorräte kosten Geld, auch wenn sie im Falle von Salz nicht verderben können. Statt ausreichend eigene Vorräte anzulegen, hat man sich vermutlich auf eine riskante Spekulation eingelassen. Es wurde wohl angenommen, dass es nur noch milde Winter gibt. Für den Fall, dass es dann doch schneit, hat man sich darauf verlassen, dass die European Salt Company just in time liefert. Wo die so schnell die Menge Salz herbekommt und vor allem wie das Salz bei witterungsbedingten Verkehrseinschränkungen geliefert werden soll, wurde wohl nicht bedacht.

Der derzeitige Salzmangel hinterlässt daher einen Faden Geschmack. Was wurde auf Kosten der Sicherheit gesparrt.

One Reply to “Salz aus in Bielefeld”

  1. Da hast Du leider recht. Reserven wurden abgebaut und jetzt wo jede Menge Schnee fiel und fallen wird, was im Winter nicht unüblich sein soll, kriechen die Kommunen auf dem Zahnfleisch. Abgesehen davon finde ich den tonnenweisen Einsatz von Salz ohnehin sehr bedenklich, Umweltschäden etc. Die Skandinavier sind uns in der Beziehung wieder einmal voraus, weniger Autounfälle auf nicht gestreuten Straßen. Im Winter muss halt jeder etwas mehr Zeit einplanen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren