Fotos und so – myGallerys Zukunft

Seit dem Wochenende ist eine neue Version von WordPress verfügbar. Version 2.9 steht bereit. Wie zu erwarten, habe ich in den letzten Tagen eine Menge E-Mails und auch ein paar Kommentare hier im Blog zum Thema myGallery bekomme, da es Probleme bei meinem Plugin mit WordPress 2.9 gibt. Bevor ich allerdings darauf näher eingehe, möchte ich auf die Updatepolitik von WordPress eingehen.

Knapp über 12 Monate her ist es, dass Version 2.7 erschienen ist. Genauer gesagt war es der 10. Dezember 2008. Auf 2.7 folgte ein halbes Jahr später, am 11. Juni 2009 Version 2.8. Jetzt sind wir wie gesagt bei 2.9 angelangt. Ein solches Tempo ist für Plugin-Entwickler und Buchautoren (zu beiden Gruppen gehöre ich nunmal) kaum mitzuhalten. Besonders dann, wenn sich wesentliche Änderungen ergeben. Ich denke, dass sich die wenigsten darüber Gedanken machen, wie lange es dauert, ein Buch zu schreiben. Frank Bültke und ich zählen auf jeden Fall zu der Gruppe von Menschen, die es aus eigener, leidvoller Erfahrung wissen.

Für Plugin-Entwickler ist es aber nicht minder schwierig, wenn sich erhebliche Veränderungen ergeben. Vielleicht einfach mal zur Erinnerungen: der größte Teil der Plugin entsteht in dem, was als Freizeit bekannt ist. Wer Vollzeit und darüber hinaus berufstätig ist, weiß, wie wenig das manchmal sein kann. Um bei WordPress am Ball zu bleiben, muss man sich mit dem im Netzt verfügbaren Quellen beschäftigen und wissen, an welchen Schnittstellen man für sein eigenes Plugin ansetzen kann. Das kostet Zeit.

Hauptberuflich entwickle ich zwar auch Webapplikationen, aber eben nicht für und mit WordPress. Mein Schwerpunkt ist Typo3 und der Zend Framework (den ich vermutlich in absehbarer Zeit durch Flow 3 ersetzen werde). Die Art der Programmierung unterscheidet sich dort erheblich von der bei WordPress. Insbesondere bei Typo3 schätze ich die lange Vorlaufzeit bei der Entwicklung neuer Versionen und den guten Informationsfluss in Bezug auf Änderungen, die sich bei neueren Versionen für eigene Extensions ergeben. Mit Version 4.3 hat man als Entwickler die Wahl, entweder wie bisher Extensions zu schreiben, die dann aber nicht mehr unter Typo3 5.x laufen werden oder aber bereits jetzt den neuen Weg einzuschlagen.

Aber ich schweife ab. Fassen wir mal zusammen. Der schnelle Takt bei WordPress bringt mich aus dem Takt, da ich mein Geld nicht mit WordPress-Plugins verdiene. Das will ich auch gar nicht, denn beruflich sprechen aus meiner Sicht sehr viele Gründe für Typo3 – aber das ist ein anderes Thema und hier mit Sicherheit fehl am Platz. Privat setze ich für meinen Blog WordPress ein. Auch dafür gibt es gute Gründe. Vor ein paar Jahren habe ich aus einem solcher Gründe myGallery geschrieben, da ich eine bequeme Möglichkeit der Bilderverwaltung in meinem Blog vermisste. Damit sind wir dann beim eigentlichen Thema, myGallery.

Seit der letzten Version von myGallery ist, wie man in einigen Gegenden Deutschlands zu sagen pflegt, viel Wasser den Rhein runter geflossen. WordPress hat sich weiterentwickelt. Im Prinzip entspricht myGallery im Stil immer noch WordPress 2.0 und den Versionen davor. Insbesondere was die Art der Programmierung angeht. Nicht nur WordPress hat sich weiterentwickelt, auch ich habe mich weiterentwickelt. So wie damals myGallery würde ich heute nicht mehr programmieren. Allein schon aus diesem Grund ist es aus meiner Sicht sinnlos, myGallery einfach nur weiter zu entwickeln.

Gegen myGallery spricht auch, dass es mittlweile bessere Alternativen gibt. neben flickr als Service meine ich damit vor allem die WordPress eigene Mediathek. Die Frage, die ich mir daher stelle, ist, ob es sich überhaupt lohnt, myGallery weiter zu entwickeln. Wobei der Begriff „lohnt” schon an sich falsch ist, denn mit so einem Plugin wird man weder reich noch berühmt.

Wer bis hier hin gelesen hat, wird sich jetzt wahrscheinlich fragen:

Wie, das war es jetzt? Das endgültige Ende von myGallery?

Ja, das war es. Zumindest was myGallery angeht. Aus verschiedenen Gründen sehe ich aber dennoch die Notwendigkeit für ein Plugin, welches Bilder und andere Medieninhalte verwaltet und 100% abwärtskompatibel zu myGallery ist. Daher wird es einen Nachfolger für myGallery geben: Universal Media Gallery (UMG)

Ich rechnen damit, dass es zum Sommer hin eine erste Vorversion geben wird. Mit Version 3.1 von WordPress, die für August 2010 angekündigt ist, sollte es dann auch Version 1.0 von UMG geben. Zumindest ist das der Plan.

Da ich momentan noch in der Vorüberlegunsphase bin, kann ich noch nicht sehr viel zu den einzelnen Features sagen (wer Wünsche hat, kann sie als Kommentar zu diesem Artikel posten). Nur so viel daher vorweg: Ziel ist es, dass UMG viele Medienformate unterstützt, die ohne weiteres zu Galerien zusammengefasst werden können. Für die Galerien wird es eine eigen RSS-Ausgabe geben. Der gesamte Aufbau von UMG wird modular ausgelegt sein, so dass sich nicht nur neue Medienformate in Form einer XML-Datei hinzufügen lassen können, sondern auch andere Plattform neben WordPress denkbar sind (ich habe da vor allem Typo3 im Kopf…).

Solche Pläne sind schwer alleine zu bewältigen. Ohne Hilfe werde ich das ehrgeizige Ziel wohl kaum schaffen können. Wer Interesse am Projekt UMG hat, kann sich gerne bei mir melden. Gemeinsam können wir dann auch überlegen, auf welcher Plattform der Source Code und die Projektplanung laufen werden. Wer nicht so firm in der Programmierung ist, kann natürlich auch unterstützen. Nicht nur durch Beta-Testing, sondern auch durch eine motivierende Spende (siehe amazon-Wunschliste).

Nachtrag: Über die Feiertage hoffe ich, endlich mein neues WordPress Theme für diesen Blog fertig zu stellen. Sobald das geschafft ist, werde ich selber auf WP 2.9 upgraden. Wenn ich dann ebenfalls Schwierigkeiten mit myGallery habe, gib es im Januar einen kleinen Patch – versprochen.

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