Gewaltbereites Bielefeld

Wer aufmerksam den Lokalteil von welcher Zeitung auch immer liest, der bekommt den Eindruck, dass Deutschlands Innenstädte nachts nicht mehr sicher sind. Wer zu später Stunde unterwegs ist, läuft Gefahr, zumindest niedergeschlagen und ausgeraubt zu werden.

Auch in der laut Kriminalitätstatistik sichersten Stadt im Land, in Bielefeld, sieht es nicht anders aus. Die Neue Westfälischen berichtet von sieben schweren Zwischenfällen am vergangenen Wochenende. Warum dieser Bereicht erst am Mittwoch in der Zeitung steht, ist wohl nicht so einfach zu begreifen.

Nun, wir wollen die redaktionelle Entscheidung nicht kritisieren, denn schließlich präsentiert die NW sensationelles:

Vor der Bierbörse am Boulevard werden um 3.30 Uhr zwei Gäste, die kurz vor die Täter des Lokals getreten sind, plötzlich von zwei Männern angegriffen.

Moment, „vor die Täter des Lokals getreten sind” – steht da tatsächlich Täter? Ja, steht dort. Das zeigt uns zunächst einmal, dass die Gewalt von den Gästen ausging, da diese gegen die Täter getreten haben.

Wesentlich interessanter als die Frage, wer angefangen hat, ist die Erkenntnis, dass es in Bielefeld Lokale gibt, die ihre eigenen Täter haben. Es gibt offensichtlich ein regelreches Gewaltgeschäft. Wenn mal wieder Platz geschaffen werden muss für neue Gäste, werden kurzerhand die zusammengeschlagen, die bisher wenig verzehrt haben.

Von einem Gaststättenbetreiber, der aus verständlichen Gründen anonym bleiben will, war zu erfahren, dass es sich bei den Tätern um so genannte Null Euro Jobber handelt. Finanzieren würden die sich jedoch nicht durch Trinkgeld, sondern mit den erbeuteten EC-Karten, Kleingeld und Handys.

Es ist zu befürchten, dass das Beispiel Schule macht und auch bald in anderen Städten vor den Tätern Türen warten, die gnadenlos zuschlagen.

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