Bluten für den Job

Bluten für den Job

Für meinen letzten Arbeitgeber musste ich eine Tauglichkeitsuntersuchung für den Bergbau über mich ergehen lassen. Eigentlich nichts schlimmes und eher etwas, was man als Anekdote erzählen kann. Für einen Bürojob und die Tätigkeit als Dozent habe ich die Untersuchng sicher nicht gebraucht.

Das sie trotzdem abverlangt wurde, lag an den historischen Gegebenheiten, denn die Firma war ein Tochterunternehmen der Ruhrkohle (später RAG, heute Evonik). Auch wenn die Untersuchung schon ein paar Jahre zurück liegt, sind mir zwei Dinge noch gut in Erinnerung geblieben. So erfolgt die Untersuchung nicht nur nach meiner Einstellung, sondern es wurde mir auch kein Blut abgenommen.

Ganz anders sieht es wohl bei Daimler aus. Dort wird Bewerbern Blut abgezapft. Für was genau es gebraucht wird, diese Antwort ist Daimler bisher schuldig geblieben. Der Vorgang ist auf jeden Fall ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Aus Angst, den Job nicht zu bekommen, dürften sich wohl auch die wenigsten Bewerber dem Bluttest verweigern.

Gerade das macht die Blutabnahme so perfide, denn der Arbeitgeber nutzt seine Position der Stärke aus. Interessant sein dürfte auch, ob die Blutproben abgelehnter Bewerber vernichtet werden.

Abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit der Blutabnahme, die mitnichten „freiwillig” ist, da der Bewerber davon ausgehen muss, bei einer Weigerung abgelehnt zu werden, sollte dieser Bluttest auf jeden Fall strafrechtliche Konsequenzen haben.

3 Replies to “Bluten für den Job”

  1. Oh oh…
    Mal abgesehen davon, dass für Einstellungen im ÖD auch Blut analysiert wird… (Einstellungsuntersuchung)
    :
    Das wäre doch ’ne prima Aufbesserung des Haushalts. Schickt alle ALGII – Empfänger sooft es möglich ist zur Blutabnahme. Geldkürzung und Sanktionen bei ’schlechtem‘ Blut – Weiterzahlung bei Abgabe von 3 Litern, verkauft an DRK etc.

    Hoffentlich liest das keiner, sonst wird es noch umgesetzt…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren