Bluten für den Job

Für meinen letzten Arbeitgeber musste ich eine Tauglichkeitsuntersuchung für den Bergbau über mich ergehen lassen. Eigentlich nichts schlimmes und eher etwas, was man als Anekdote erzählen kann. Für einen Bürojob und die Tätigkeit als Dozent habe ich die Untersuchng sicher nicht gebraucht.

Das sie trotzdem abverlangt wurde, lag an den historischen Gegebenheiten, denn die Firma war ein Tochterunternehmen der Ruhrkohle (später RAG, heute Evonik). Auch wenn die Untersuchung schon ein paar Jahre zurück liegt, sind mir zwei Dinge noch gut in Erinnerung geblieben. So erfolgt die Untersuchung nicht nur nach meiner Einstellung, sondern es wurde mir auch kein Blut abgenommen.

Ganz anders sieht es wohl bei Daimler aus. Dort wird Bewerbern Blut abgezapft. Für was genau es gebraucht wird, diese Antwort ist Daimler bisher schuldig geblieben. Der Vorgang ist auf jeden Fall ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Aus Angst, den Job nicht zu bekommen, dürften sich wohl auch die wenigsten Bewerber dem Bluttest verweigern.

Gerade das macht die Blutabnahme so perfide, denn der Arbeitgeber nutzt seine Position der Stärke aus. Interessant sein dürfte auch, ob die Blutproben abgelehnter Bewerber vernichtet werden.

Abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit der Blutabnahme, die mitnichten „freiwillig” ist, da der Bewerber davon ausgehen muss, bei einer Weigerung abgelehnt zu werden, sollte dieser Bluttest auf jeden Fall strafrechtliche Konsequenzen haben.

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