Bielefelds strahlende Zukunft

Ein Samstag Morgen, so wie einer unter vielen. Ahnungslos sitzt man an am Frühstückstisch und blättert durch die lokale Zeitung. Gerade noch etwas schläfrig, ist man auf einmal hellwach. Zumindest war das bei mir heute so, als ich darüber gestolpert bin, dass unser Stromlieferant, die Bielefelder Stadtwerke, zu über 50 Prozent Strom aus Atomkraftwerken bezieht. Jedes zweite Mal also, wenn ich in unserer Wohnung das Licht einschalte, unterstütze ich die Atomlobbyisten und trage mit dazu bei, dass kommenden Generationen auf radioaktiven Abfall rumsitzen.

Mich beschämt es auch, dass sich in der Bielefelder SPD ein paar Genossen über den Wahlsieg von schwarz-gelb aus einem einfachen Grund gefreut haben: die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke verheisst auch für die Bielefelder Stadtwerke einen kräftigen Gewinn. Profitgier schlägt Gewissen, mal wieder.

Es ist mehr als an der Zeit, daran was zu ändern. Das lässt sich innerhalb der SPD anstoßen (wobei ich da erstmal ganz nüchtern wenig Hoffnung habe, dass sich so schnell was ändert) aber auch ganz praktisch zu Hause, in dem DER CHEF und ich den Stromanbieter wechseln. Wie das geht, wird auf der Webseite der Bielfelder Grünen beschrieben:
gruene-bielefeld.de/aktion/stromwechsel_jetzt/

Dort wird auch mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass atomfreier Strom immer teurer sein muss. So einfach, wie der Wechsel des Anbieters ist, kann ich das nur jedem empfehlen. Allerdings ist dabei die Begleitmusik wichtig. Zusätzlich zum Wechsel sollte man den Stadtwerken einen Brief schreiben und darin sagen, warum man künftig von ihnen keinen Strom mehr haben will.

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