Läufer auf E3

Amoklauf an einem Gymnasium, gestern irgendwo in Deutschland. Nich vor der Frage nach dem Motiv versucht man sich zu erinnern, ob es der zweite oder bereits dritte in diesem Jahr ist. Langsam wird es schon fast zu einer traurigen Gewohnheit.

Es erscheint auch leichter, sich an etwas, und sei es noch so schlimm, zu gewöhnen statt es zu verhindern. In Bezug auf Amokläufe an Schulen wurde jedenfalls noch nichts, was ausreicht hätte, unternommen – sonst wären wohl nicht schon wieder Fotos von einer Schule in der Zeitung, in deren Vordergrund Absperrbänder der Polizei zu sehen sind.

Noch bevor alle sichtbaren Spuren beseitigt worden sind, werden auch diesmal Experten zur Stelle sein, die für die Tat eine Erklärung haben. Eine Erklärung, die in der Regel ihrer eigenen, beschränkten Wahrnehmung entspricht. Mit Verboten wird sich im Fall von Amokläufen nichts erreichen lassen. Es sind daher auch nicht Killerspiele oder die Verfügbarkeit von Waffen, die zu einem Amoklauf führen, sondern eine Gesellschaft, die das Schicksal von Aussenseitern kalt lässt.

Wer scheitert, Angst vor dem Versagen hat, wird nicht aufgefangen, sondern fallen gelassen. Solange nicht ein Umdenken statt findet und wir bereit sind, auf Menschen, die nicht der Norm entsprechen, zu zu gehen, werden auch weiter verzweifelte Schüler zum letzten Mittel greifen was ihnen noch geblieben ist, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch im jüngsten Fall wird es wieder Anzeichen gegeben haben, die man hätte erkennen können.

Wer als Politiker ernsthaft Amokläufen an Schulen vorbeugen will, sollte sich dringend mit unserem Bildungs- und Schulsystem auseinandersetzen. Es brennt schon längst in Deutschlands Klassenräumen und Schuld daran sind nicht die Molotow Cocktails eines 18-jährigen aus Ansbach.

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