Gekauft!

Gekauft!

Aktuell scheint ein gekaufter Hochschultitel schon wieder ein Auslaufmodell zu sein. Zumindest die günstigen Angebote wird es vorerst nicht mehr geben. Schade eigentlich, denn so einen einfachen Dr. jur. hätte ich mir auch gerade noch so leisten können.

Man muss sich allerdings ernsthaft fragen, wie tief einige Hochschuldozenten schon gesunken sein müssen, wenn sie sich mit 5.000 Euro pro Promotion bestechen lassen. Bezahlen die Universitäten so wenig? Möglicherweise ist es auch so, dass nicht jeder, der an der Uni arbeitet, auch tatsächlich eine Hochschulkariere vor sich hat. Nicht selten führt ein permanentes Abhängigkeitsverhältnis in eine berufliche Sackgasse.

Eigenartig ist auch die andere Seite. Der Druck in der freien Wirtschaft auf Juristen und Betriebswirte muss enorm sein, wenn sie meinen, nur noch mit einem Titel bestehen zu können. Dabei ist es erschreckend, dass gerade diese beiden Berufsgruppen maßgeblichen Einfluss auf unseren Staat haben. Gruselig, wenn da dann durch falsche Titel eine nicht vorhandene Qualifikation vorgetäuscht wird.

4 Replies to “Gekauft!”

  1. Bedauerlicherweise zählt in diesem Land der Titel mehr als fachliche Kompetenz. Eine bittere Erfahrung, die ich beim Unternehmen Bahn auch schon machen musste. Mehr Schein als Sein.

  2. @Oliver: Ein Trost bleibt uns ja. Im Rahmen eines Mahnverfahrens können wir mitunter auch einen Titel erwerben – und der kann manchmal auch ne Menge wert sein ;-)

  3. „Mehr Schein als Sein.“ — Jahaa! DAS kriege ich bei der BAHN auch mit… mehr SCHEIN als SEIN…
    … deshalb buche ich nicht mehr, sondern fahre ’nen halben Tag früher!

    Wie oben irgendwo angemerkt: Boah, was finde ich die privatisierte Bahn gut!

    MfG
    jbj

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren