In guten Händen

In guten Händen

Stellen wir uns mal vor, wie hätten eine nicht gerade einfache Entscheidung zu treffen. Wir müssten, da es mit ihrer Gesundheit nicht zum Besten steht und die zu Hause alleine nicht mehr zu recht kommt, unsere Mutter in einem Altersheim unterbringen.

Lassen wir dabei mal kurz außer acht, dass diese Entscheidung natürlich, sofern das noch möglich ist, in Absprache nicht nur mit anderen Angehörigen, sondern vor allem mit der Betroffenen erfolgen sollte. Sehen wir auch über diese unangemessenen Begriff „Altersheim” hinweg – passender wäre meiner Meinung nach eher „betreutes Wohnen”. Konzentrieren wir uns ganz auf die Entscheidung für eine bestimmte Einrichtung.

Jeder wird wohl bestrebt sein, seine Mutter in guten Händen zu wissen. Die Angst, dass nur verwaltet und abgeschoben statt wirklich betreut wird, ist permanent vorhanden. Berichte in den Medien sorgen zudem für ein ständig schlechtes Gewissen. Wirklich hilfreiches zur Entscheidungsfindung gibt es immer noch nicht, so dass man nach wie vor auf subjektive Informationen oder den äußeren Eindruck angewiesen.

Kommen wir an dieser Stelle zu einem ganz persönlichen Eindruck, den ich vom Martha-Stapenhorst Heim in Bielfeld habe. Seit über einer Woche brennt dort am Haus die Außenbeleuchtung, ganz unabhängig von der Tageszeit – also auch bei gleißendem Sonnenschein. Nachdem Nadine ein Mal persönlich Bescheid gesagt hat, dann noch mal angerufen hat und ich selber einen Tag später auch noch mal mit einer Mitarbeitern tefoniert habe ist der Stsnd aktuell der, dass das Licht immer noch an ist. Dabei ist mir zugesichert worden, dass sich auf jeden Fall jemand darum kümmert. Das eine Bewohnerin häufig oft stundenlang schreit und in der Nachbarschaft gut zu hören ist, hatte ich bereits in einem anderen Zusammenhang erwähnt.

Man bekommt schon einen merkwürdigen Eindruck von einer Einrichtung, wenn so das „darum kümmern” aussieht. Ich möchte sicher keine voreiligen Schlüsse ziehen. Keder kann sich selber eine Meinung dazu bilden. Begrüßenswert fände ich es auf jeden Fall, wenn sich zum Beispiel mal eine Zeitung wie die Neue Westfälische der Sache annehmen würde. Es wäre doch sicher auch im Interesse der Leser, in ihrer Zeitung eine Serie über die Altenheime in Bielefeld zu finden. Aber vielleicht ist das Thema zu heikel.

4 Replies to “In guten Händen”

  1. Für so manches Altersheim in Deutschland käme wohl der Ausdruck „betreutes Dahinsiechen“ in Betracht. An dessen Qualität lässt sich erkennen, was uns die „Alten“ wert sind, sie werden praktisch zu Tode verwaltet. Es gibt aber auch gute Beispiele für das Zusammenleben von jungen Familien und alten Leuten. Es muss also nicht immer das Altersheim im klassischen Sinne sein.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren