Deutschland, packt es?

Deutschland, packt es?

Nicht erst seit dem Sommerloch entdecken immer Menschen, vornehmlich im schreibenden Gewerbe, aber nicht nur da, das SPD-Bashing als neue Freizeitsportart. Mittlerweile ist es fast egal, was Kanzlerkandidat Steinmeier oder sein Wahlkampfteam von sich gibt – es wird einfach eingedroschen.

Gestern erreichte das Bashing einen neuen, traurigen Höhepunkt. Ohne das überhaupt konkretes aus dem 67-seitigen Papier „Die Arbeit von morgen” bekannt war, wurde Steinmeier zum Abschuss freigegeben. Es geisterte, wie ein rotes Tuch, eine Zahl von 4 Millionen neuen Arbeitsplätzen durch den Raum und sofort wurde besinnungslos konservatives Gewäsch nachgeplappert.

Es stellt sich die Frage, was die Wählerinnen und Wähler wirklich wollen. Sollen die nächsten Jahre tatsächlich schwarz-gelb regieren, die aller Wahrscheinlichkeit nach mit ihrer Politik nicht nur Kernenergie wiederbeleben, sondern durch eine Fossierung der Inflation den Bürgerinnen und Bürgern das Bezahlen der Zeche für die Rettung nicht nur der Banken aufdrücken werden?

Frank-Walter Steinmeier hat ein grundsolides Konzept vorgelegt – nicht nur zur Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern auch zu einer ökologischen und sozialen Neuorientierung. Wer jetzt den Aktionismusminister Guttenberg nachplappert, der selber außer leerern Worten nichts zu bieten hat, macht sich selber zum Steigbügelhalter der Konservativen.

4 Replies to “Deutschland, packt es?”

  1. Ich habe mir gerade dieses 52-seitige Konzept durchgelesen und es trifft den Nagel voll auf den Kopf. Sich über Vollbeschäftigung oder vier Millionen neuen Arbeitsplätze aufzuregen ist albernes Geplänkel, zeigt aber auch ganz deutlich, die Borniertheit und ablehnende Haltung gegenüber Veränderungen einiger schwarzer/gelber Politiker.

    Warum soll man eigentlich so eine Herausforderung nicht angehen? Weil unmöglich oder ist es der fehlende Elan der Schwatten. Guttenberg hat in meinen Augen schon resigniert, bevor es überhaupt losgeht. In Deutschland muss dringend etwas passieren und in allen Bereichen. Das steht unumstößlich fest. Daher kann ich dieses richtungsweisende Konzept von Steinmeier nur begrüßen. Alles andere führt nur dazu, dass es weitergeht wie bisher und darauf habe ich offengestanden keinen Bock.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren