Nichts passt zusammen

Nichts passt zusammen

Es gibt Dinge, bei deren Anblick die meisten Modedesigner vermutlich Selbstmord begehen würden. Der aktuelle Trend, Leggins mit allem möglichen zu kombinieren, ist schon an sich geschmacklos genug. Noch schlimmer wird es nur noch, wenn das in dreifacher Kombination mit unterschiedlichen Farben erfolgt, zum Beispiel fleischfarbene Strumpfhose, lila Leggings und Jeansrock darüber – kaum zu glauben, was man im Zug alles ertragen muss.

Ebenfalls nicht zusammen passt das Verhalten einiger Sozialdemokraten und der bevorstehende Bundestagswahlkampf. Sicher mag es in der Sache richtig sein, den Dienstwagen mit nach Spanien in den Urlaub zu nehmen. Klug ist es dennoch nicht. Die Kunst im politischen Tagesgeschäft besteht eigentlich darin, den auf dem Weg stehenden Fettnäpfchen auszuweichen und dem politischen Gegner nicht noch eine Steilvorlage zu liefern. Der Verteidigungsreflex der SPD-Führung ist nachvollziehbar, denn in der CDU wäre genauso gehandelt worden. Genau darin liegt auch eine gewisse Verlogenheit, denn ähnlich wie die CDU jetzt auf Ulla Schmidt eindrischt, hätten es die Sozialdemokraten auch mit einer Minsterin des Koalitionspartners bei ähnlicher Sachlage gemacht.

Auch wenn die Chancen für Frank W. Steinmeier derzeit schlechter denn je stehen, Bundeskanzler zu werden, gäbe es doch für ihn eine ganz einfach Möglichkeit, nach der Wahl dennoch zu den Gewinnern zu gehören – ein Beitrittsformular der CDU.

Es heißt, man solle die Hoffnung nie aufgeben. Das dies insbesondere nicht für untergehende Schiffe gilt, sollte spätestens seit der Titanic bekannt sein.

One Reply to “Nichts passt zusammen”

  1. Soviel Weitblick in Bezug auf die Folgen, insbesondere für den Bundestagswahlkampf, hätte ich der Ulla schon zugetraut. Auch wenn es legitim ist, den Dienstwagen mit in den Urlaub zu nehmen.

    Ich kann Dir da nur zustimmen, was wir hier mittlerweile alles zu ertragen haben. Ich will in den Urlaub, aber ohne Dienstwagen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren