Rückwärts

Rückwärts

Samstag, so zusagen mit der Post, ist der neue Vorwärts gekommen, die SPD-Hauspostille. Gestern beim Frühstück, nachdem auf Grund des Feiertages die reguläre Zeitung aufgebraucht war, habe ich mich dann getraut, einen Blick hinein zu wagen.

Noch während ich mit dem CHEF über die SPD-Landesliste zur Bundestagswahl diskutierte und erklärte, warum bestimmte Person darauf nicht zu finden sind und ausschliesslich auf ein Direktmandat hoffen, fällt mir ein Artikel des besagten Kandidaten aus Bielefeld in die Hände.

Es hätte auch schlimmer kommen können um diese Uhrzeit, dachte ich noch, als es dann tatsächlich schlimmer kam. Eine Werbebeilage der SEB-Bank. Als besondere Prämie erhält man entweder eine schicke Vorwärts-Tasche oder ein Andy Warhol Bild von Willy Brandt. Ich sehe ja ein, dass der Vorwärts auch irgendwie Geld verdienen muss, aber es sollte einfach auch Grenzen geben – ansonsten bleiben die Ideale auf der Strecke.

Kaum erholt und meine Gedanken wieder gesammelt, viel dann ein Starschnitt (oder wie auch immer man das nennen mag) von Frank Walter Steinmeier aus dem Heft. Verwundert blätterte ich noch mal zurück, um einen Blick auf die Titelseite zu werfen. Tatsächlich, da stand Vorwärts und nicht Bravo.

Jedoch war es jetzt noch schwerer zu verstehen, was das, in dezenten schwarz-weiß gehaltene Poster soll. Gibt es tatsächlich Leser, die sich IHN über das Bett hängen? Positiv sei anzumerken, dass Frank Walter auf dem Poster in seiner ganzen Statur abgebildet war, und keine Ähnlichkeit mit kommunistischen Personenkult hat.

Trotzdem bleibt die Frage, was das soll. Vielleicht tue ich mich auch nur deshalb so schwer, weil ich der Meinung bin, dass Programme besser sind als Personen. Die SPD sollte wegen ihrer Inhalte gewählt werden und nicht, weil ein Kandidat zufällig die gleiche Frisur hat wie man selber.

One Reply to “Rückwärts”

  1. In der Werbung wirken menschliche Gesichter und Körper auf die Zielgruppen am besten. Schon dass du einen Artikel darüber geschrieben hast zeigt, dass die Strategie der SPD aufgegangen ist. Denn du hast dich mit ihnen befasst und die Botschaft auch noch verbreitet. ;-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren