1. Juni
2009

Sonnenlicht

von tboley um 16:23 Uhr

Gebaut auf der Angst vor Schatten und Dunkelheit, wollte jeder nur an das Gute glauben. Vom Licht geblendet, sahen nur wenige, wie sich die Hat langsam rot färbt. Wer es wagt, öffentlich zu mahnen, zu zweifeln und von Gefahren zu reden, wurde als Ketzer verbrannt. Jedes Mal schien es dann so, als ob aufziehende Wolken verschwinden würden.

Gegen Mittag wurde das Wasser knapp. Die Ernte auf den Feldern verdorrte. Die ersten vielen einfach um und blieben, wenig beachtet, im Staub liegen. Wenige Stunden später schmolz der Boden, Häuser gingen in Flammen auf. Die letzten noch lebenden flüchteten sich in verzweifelte Gebete, bevor auch sie für immer verstummten. Von niemanden mehr bemerkt, brach die Nacht an und hüllte alles in Dunkelheit in wohltuende Kälte. Angst war nirgends, denn es gab nichts mehr, dass sie hätte verspüren können.

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