Die Entstehung der Abarten

Die Entstehung der Abarten

Drangsalierte Betonstücke begehren gegen die flächendeckende Asbestsanierung. Abgeblätterte Grafitis stehen beobachtend an der Häuserwand, auf ergebnisreiche Selbstgespräche wartend. Ein kaltes Murmel liegt in der Luft.

Genussvoll schlürft die Verspätung am Cappuccino und schaut den Zeigern beim Paarungsspiel zu. Privattermine haben zum Quartalsende Vorrang, solange sie beruflich nicht in Plattenbausiedlungen unterwegs sind.

Noch vor dem Frühling läuft ein halbnackter Zahnarzt an der Verspätung vorbei, ignoriert sie, nur um sich mit den Betonstücken über fachgerechte Füllungen zu streiten. Mit einem Seufzer des Bedauerns lösen sich die Grafitis endgültig auf.

In der aufgeschlagenen Zeitung steht, dass es gegen Nachmittag besser wird. Unterschlagen und vermutlich nur in Detmold bekannt, ob davon auch LKW-Tankstellen profitieren.

All das in seinem Herz tragend, hütet Darwin weiterhin die Schweine, so wie all die Jahrhunderte davor. Für die Herde besteht die Evolution nur in der Veränderung ihres Futters. Eine Erkenntnis, die wie vom Blitz getroffen den Zahnarzt durchfährt. Von innerer Einsicht getrieben, stellt er den Rest seines Körpers für medizinische Zwecke zur Verfügung.

4 Replies to “Die Entstehung der Abarten”

  1. Da muss ich mich Michael anschließen, so richtig verstehen tu ich den Sinn auch noch nicht, außer vielleicht, dass sich langsam alles ändert, als kleine Anspielung auf den Abriss der Plattenbauten vielleicht?

  2. Es muss nicht immer alles einen Sinn geben, was geschrieben wird – auch wenn Deutschlehrer so was behaupten und Schüler aus lauter Verzweiflung zu Interpretationshilfen greifen.

  3. Ich würde das unter einen Pphilosophisch geistreichen Beitrag einordnen. Mit Darwin ist wahrscheinlich Charles Robert Darwin gemeint dem Erfinder der moderen Evolutionstheorie. Und da sich Plattenbauten nun auch weiterentwickeln, von mit Asbest hin zu ohne Asbest, und dem Wandel der LKW-Flotten durch Detmold. Irgendwie sowas lese ich nun daraus.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren