Falschmeldungen über Mehdorn

Heute morgen waren in beiden Zeitungen, die DER CHEF und ich bekommen (einmal die Süddeutsche Zeitung für die Nachrichten und die Neue Westfälische wegen der Werbebeilagen) eine Meldung zum Datenaffäre bei der Bahn zu finden.

Demnach soll Mehdorn sich entschuldigt haben. Das ist, selbst wenn er tatsächlich gesagt hätte, dass er sich entschuldigt, nicht möglich. Man kann sich nicht selber entschuldigen, man kann lediglich um Entschuldigung bitten – das wissen sogar die Zugbegleiter der Bahn, die bei Verspätungen immer durchsagen:

Für die eventuell aus der Verspätung entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir Sie um Entschuldigung.

Die Vorraussetzung dafür, dass jemand tatsächlich ent-schuldet wird, ist aber echte Reue und das Versprechen, das Getane nicht zu wiederholen. Aus der Erfahrungen kann gesagt werden, dass zumindest in Bezug auf Verspätung bei der Bahn so etwas nicht möglich ist.

Kehren wir aber zurück zu Hartmut Mehdorn. Es kann davon ausgegangen werden, dass er im Rahmen der Erklärung keine echte Reue gezeigt hat. Zudem hat er keine persönliche Erklärung abgegeben, sondern eine stellvertretend für den gesamten Vorstand der Bahn. Darin heisst es:

Der Vorstand der DB AG bedauert, dass es in der Vergangenheit bei den Mitarbeiterüberprüfungen zu Verstößen gekommen ist und kein Gremium der Arbeitnehmerinteressenvertretung informiert war. Er entschuldigt sich dafür bei seinen Mitarbeitern.

Wie bereits ausgeführt, kann sich der Vorstand nicht selber entschuldigen – das er etwas bedauert, hat eine ganz andere Dimension, denn wer bedauert, entfernt sich von persönlicher Verantwortung.

Der Terrorist Christian Klar wurde unter anderem von BILD als reuelos bezeichnet, weil er seine Taten lediglich bedauert hatte. Aus diesem Grund sprachen sich viele gegen eine Begnadigung aus (die im übrigen, dass sollte hier nicht unterschlagen werden, keine Reue voraussetzt).

Natürlich lässt sich Mehdorn auf keinen Fall mit Klar vergleichen, auch wenn beide in der einen oder anderen Form Wiederholungstäter sind. Aus sprachlicher Sicht aber steht fest, dass sie beide nicht um Entschuldigung gebeten haben. Demnach ist die eine Schlagzeile wie Mehdorn entschuldigt sich (SZ) oder Mehdorn entschuldigt sich für Bespitzelung (NW) schlicht eine Falschmeldung.

Selbst wenn Hartmut Mehdorn um Entschuldigung bitten würde (Konjunktiv II), müssten es noch jemanden geben, der ihm verzeiht. Wer lediglich garantiert, dass er in diesem Jahr keinen Missbrauch der Daten begehen wird,

Der Vorstand der DB AG erklärt, dass im Jahre 2009 keine Daten zur Mitarbeiterüberprüfung genutzt oder übermittelt werden.

dem sollte man mit einem gesunden Misstrauen begegnen und tunlichst aus dem Amt entfernen lassen.

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