Kleine Presseschau am Freitag

Den wohl besten Vorschlag diese Woche, wie es mit Bahnchef Mehdorn weitergehen soll, machte heute die Neue Westfälische. In einer Karikatur sieht man, wie Bundeskanzlerin Merkel mit dem Insolvenzverwalter von Märklin telefoniert:

…ich hätte da jemanden kompetenten für Ihre marode Firma…

Die Bildunterschrift dazu: „Wohin mit Mehdorn?” Den sah man dann oben im Bild mit Model-ICEs spielen. Für den wäre so ein Wechsel eigentlich nicht schlecht, könnte er doch bei Märklin seinen Traum erfüllen, die Bahn noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen – es wurde ja nie gesagt, dass es nicht auch eine Modellbahn sein kann.

Angenehm unaufgeregt ist die Berichterstattung über den Mörder der achtjährigen Kardelen. Dieser soll türkischer Staatsbürger sein und sich in die Türkei abgesetzt haben, die ihn, sollte er dort gefasst werden, nicht ausliefern wird. Jeder, der diese angekündigte Weigerung kritisiert, sollte bedenken, das es im umgekehrten Fall wohl ähnlich wäre. Auch wenn es mittlerweile viele Ausnahmen (Stichwort europäischer Strafraum) gibt, so darf im Prinzip ein deutscher Staatsbürger nicht zu Strafverfolgung ins Ausland ausgeliefert werden:

Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden. Durch Gesetz kann eine abweichende Regelung für Auslieferungen an einen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder an einen internationalen Gerichtshof getroffen werden, soweit rechtsstaatliche Grundsätze gewahrt sind.
Grundgesetzt, Artikel 16, Absatz 2

Wechseln wir von den ersten Themen in die Sparte Humor, auch wenn die folgende Nachricht aus dem wissenschaftlichen Teil der Süddeutschen Zeitung stammt, der zehn Dinge über das Gehirn auflistet:

Im Fachblatt Lancet berichteten Mediziner im Jahr 2007 von einem Franzosen, der lediglich über zehn Prozent der sonst üblichen Gehirnmasse verfügt. Dar Mann habe zwar einen recht geringen Intelligenzquotienten, führe aber ein normales Leben, hieß es. Er hat zwei Kinder und arbeite als Beamter in einer Steuerbehörde.

Die Meldung lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten. Albert Einstein soll ja gesagt haben, dass wir nur 10 Prozent unseres geistigen Potentials nutzen. Insofern würde der Mann nicht schlechter gestellt sein, als der Rest der Weltbevölkerung. Böswilliger wäre es dagegen, Rückschlüsse zu ziehen in Bezug auf die Anforderungen an Beamten, insbesondere Finanzbeamte.

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