Volltrunkene Politik

Volltrunkene Politik

Jahr für Jahr sterben in Deutschland Menschen, weil sie von Betrunkenen mit dem Auto überfahren werden. Das die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing jetzt eine Herabsenkung der Promillegrenze auf 0,3 fordert, ist nur konsequent – das Ziel sollte aber eine Null-Promille-Regel sein. Wer Auto fährt, sollte die Finger vom Alkohol lassen. Ein bisschen trinken ist etwa so effektiv wie das berühmte „Aufpassen” beim Sex als Verhütungsmethode.

Die Erkenntnis scheint aber nicht bei allen Politikern vorhanden zu sein. Von der FDP ist zu hören, dass die Herabsenkung der Promillegrenze ein Dolchstoß gegen Arbeitsplätze in der Gastronomie sei. Allein schon die Wortwahl wäre Grund genug, einen erhöhten Alkoholkonsum in zeitlicher Nähe zu dieser Äußerung zu vermuten. Sachlich betrachtet müsste die FDP die Abschaffung der Promille-Grenze fordern, da anscheinen der beste Umsatz zu machen ist, wenn sich die Menschen regelmäßig ins Koma saufen. Unbestätigten Gerüchten zu Folge hat sich jemand erbarmt und er FDP erklärt, dass es in der Gastronomie auch nichtalkoholische Getränke gibt – neben den Speisen.

Anders herum gesagt: die Herabsenkung der Promillegrenze wirkt sich auf jeden Fall fördernd auf das Taxigewerbe aus, denn verbieten lassen sich die Menschen das trinken, wie die Erfahrung zeigt, nicht.

3 Replies to “Volltrunkene Politik”

  1. Die Gastronomie hat sich doch schon mit den Autofahrern arrangiert. Wir servieren AFG.

    Die Probleme mit dem geminderten Alkoholkonsum haben doch die Brauereien, Winzer und die Brennereien.

    Und natürlich die „Eckkneipen“. Aber die gehen ja schon am Rauchverbot zu Grunde, weshalb man auch keine abgestufte Promillegrenze (je nachdem woh man sich den Rausch angetrunken hat) benötigt.

  2. Das wird ja auch langsam Zeit dafür. Fahren unter Alkoholeinfluss stellt selbst bei 0,3 Promille noch eine Gefahr dar. Leute die das nicht kapieren, sollte man den Lappen auf Lebenszeit entziehen, wenn sie erwischt werden.

  3. Ich stimme dir wirklich aus tiefstem Herzen zu. Aber nicht nur das:
    Hast du von der Partei in Österreich gehört/gelesen, die den Plan hat, dass Politiker grundsätzlich keine Alkoholkontrolle verpflichtend durchführen lassen müssen?? DAS geht eindeutig zu weit.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren