Volltrunkene Politik

Jahr für Jahr sterben in Deutschland Menschen, weil sie von Betrunkenen mit dem Auto überfahren werden. Das die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing jetzt eine Herabsenkung der Promillegrenze auf 0,3 fordert, ist nur konsequent – das Ziel sollte aber eine Null-Promille-Regel sein. Wer Auto fährt, sollte die Finger vom Alkohol lassen. Ein bisschen trinken ist etwa so effektiv wie das berühmte „Aufpassen” beim Sex als Verhütungsmethode.

Die Erkenntnis scheint aber nicht bei allen Politikern vorhanden zu sein. Von der FDP ist zu hören, dass die Herabsenkung der Promillegrenze ein Dolchstoß gegen Arbeitsplätze in der Gastronomie sei. Allein schon die Wortwahl wäre Grund genug, einen erhöhten Alkoholkonsum in zeitlicher Nähe zu dieser Äußerung zu vermuten. Sachlich betrachtet müsste die FDP die Abschaffung der Promille-Grenze fordern, da anscheinen der beste Umsatz zu machen ist, wenn sich die Menschen regelmäßig ins Koma saufen. Unbestätigten Gerüchten zu Folge hat sich jemand erbarmt und er FDP erklärt, dass es in der Gastronomie auch nichtalkoholische Getränke gibt – neben den Speisen.

Anders herum gesagt: die Herabsenkung der Promillegrenze wirkt sich auf jeden Fall fördernd auf das Taxigewerbe aus, denn verbieten lassen sich die Menschen das trinken, wie die Erfahrung zeigt, nicht.

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