Der perfekte Weihnachtsbaum, Teil I

Der perfekte Weihnachtsbaum, Teil I

Wochenende, das letzte vor Heiligabend. Die meisten Menschen waren auf dem Höhepunkt ihres Kaufrausches angekommen. Für Winfried traf das nicht zu. Genau genommen wies sein bisheriges Leben erstaunlich wenig Höhepunkte auf. Sicher, beruflich konnte er sich nicht unbedingt beklagen. Das was er machte, war allerdings zu kompliziert, um es in wenigen Sätzen einer Partybekannschaft zu erklären. Nicht etwa, dass Winfried auf Partys ging oder irgendwelche Bekanntschaften hätte. Aber würde er gefragt werden, was er denn so mache, er würde wohl nur sagen, dass er irgend so einen Verwaltungsjob in einer Behörde hätte. Das klang unauffällig und langweilig und kam dabei der Wirklichkeit erstaunlich nah.

Trotzdem gab es auch Dinge, die Winfried gerne tat. Wie jeden Samstag, zog er sich seinen Trainingsanzug an und schwang sich auf sein Hollandrad. Der Bahndamm war etwa zwei Kilometer entfernt. Ein Distanz, die auch bei Regenwetter, so wie an diesem Adventssamstag, gut zu schaffen war für Winfried. Das Wichtigste hatte er zuvor in eine Plastiktüte eingewickelt und mit einem Gummiband gesichert. Auch wenn alles andere nass werden konnte, so traf das nicht auf sein Notizbuch zu. Am Bahndamm angekommen, schloss Winfried sein Fahrrad sorgfältig ab und ging den kleinen Fußweg hoch zum Wartehäuschen.

2 Replies to “Der perfekte Weihnachtsbaum, Teil I”

  1. Hi,
    ich finde diese Kurzgeschichten klasse, aber eine Einleitung hat gefehlt. ZB. wie viele Teile wird es geben? Und vielleicht einen (Marketing) hinweis auf den RSS Feed (damit auch keine Folge verpasst wird)…

  2. @Clatronic: WIe viele Teile es genau geben wird, kann ich im Vorfeld nicht so genau sagen, da die Geschichte sich spontan weiterentwickelt. Ich habe zwar den groben Plott im Kopf, muss diesen dann Tag für Tag zu einem Teil der Gesichte auswalzen.

    Einen extra Feed für die Weihnachtsgeschichte gibt es nicht – da muss man schon den gesamten Feed nehmen ;-).

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren