Von Schmudelkindern und Energiesparlampen

Das Licht Stimmungen zaubert, dürfte nichts neues sein (wir brauchen nur daran zu denken, wie viel Freude man morgens oder abends machen kann, wenn man als Mann zum Essen eine Kerze anzündet). Ebenfalls bekannt ist wohl, dass Neonröhre Stimmungstöter sind. Die meisten meiner Generation dürften in den 80er Jahren wohl ihre erste bekanntschaft mit diesen Ausgeburten der Hässlichkeit gemacht haben. Einzig die defekten Exemplare taugten etwas, um damit Star Wars zu spielen (auch wenn das eine gewisse Unfallgefahr mit sich brachte).

Schönes warmes Licht kommt entweder von Kerzen, was dann leider aber nicht nur etwas gefährlich ist, sondern auch meist für einen größeren Teil der Betätigungen zu späten Stunde nicht ausreicht, oder von Glühbirnen – eine Erfindung, die sich seit Edison nicht großartig verändert hat, was auch gut so ist.

Der große Vorteil von Glühbirnen, den sie nur mit ihrem jüngeren Bruder, der Halogenlampe, gemeinsam haben, ist das sehr homogene Lichtspektrum, welches sie ausstrahlen. Es kommt der Tages bzw. Abendsonnen nahe. Allerdings ist die klassisches Glühbirne ein regelrechter Stromfresser, so wird es zumindest in zunehmenden Maße behauptet. Die gepriesene Alternative sei, so ist zu hören, die Energiesparlampe. Aber nicht nur mir wird es wohl so gehen, dass ich mich trotz der angepriesenen Ersparnis bisher nie damit anfreunden konnte. Mir gefällt das Licht, welches sie erzeugt, einfach nicht.

Das mein Bauchgefühl auf Tatsache beruht, weiß ich seit der neusten Ausgabe der Zeitschrift Ökotest (10/2008), in der die Energiesparlampe ziemlich schlecht abschneidet. Ursache dafür war unter anderem die die miserable Lichtqualität. Das Entladungsspektrum einer Energiesparlampe kommt in keinster Weise natürlichem Licht nahe. Dadurch und durch das Flackern bei der Entladung kommt es bei Energiesparlampe zu gesundheitlichen Gefahren wie Kopfschmerzen, Schwindel und Unwohlsein.

Zudem, so schreibt Ökotest geht von Energiesparlampen Elektrosmmog aus,der Krebs verursachen kann. Daher wird ein Mindestabstand von ein etwa einem Meter zur Lampe empfohlen – besonders prickelnd, wenn die Lampen eh nicht so hell sind.

Da die Energiesparlampen hochgiftiges Quecksilber enthalten, müssen sie nach Ablauf der Lebenszeit als Sondermüll entsorgt werden. Sollte eine Lampe zu Bruch gehen, wird die Verwendung von Handschuhe beim aufkehren empfohlen. Ganz ehrlich: bei solchen Rahmenbedingungen würde ich insbesondere im Kinderzimmer keine solche Lampe verwenden – selbst die Hersteller meiden zu Hause oder im Büro ihre eigenen Produkte.

Das Fazit der Zeitschschrift: „Energiesparlampen sind kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative zu Glühlampen.”

Ich kann jedem nur den ausführlichen Testbericht ans Herz legen. Zu kaufen gibt es die Ökotest entweder beim Zeitschriftenhändler des Vertrauens oder online auch als Einzelartikel.

Wir können derzeit wohl nur hoffen, dass es für die alte Glühbirne mehr als nur eine Gnadenfrist gibt. Denn auch wenn sie vielleicht mehr Energie verbraucht, möchte ich nicht in einer Welt leben, in der Licht nur von Energiesparlampen stammt.

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