29. Juli
2008

Wünsch dir nichts

von tboley um 09:12 Uhr

Wir können davon ausgehen, dass er eine glückliche Kindheit hatte. Er wuchs bei zufriedenem Eltern überwiegend wohl behütet auf und genoss die Freiheiten, die ihm in seinem Alter zustanden.

Mit acht Jahren las er Pipi Langstrumpf. Kurz darauf fasste er an seinem neunten Geburtstag einen Entschluss. Er wünschte sich beim auspusten der Kerzen, nie erwachsen zu werden.

Später an diesem Sommernachmittag tollte er mit anderen Kinder herum. Sie kletterten auf Kirschbäume, wurden mutiger. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit. Er rutschte ab, konnte sich nicht mehr halten und fiel.

Die Landung war unsanft. Aufschlag in voller Länge auf dem Boden. Alle, die Erwachsenen eingeschlossen hielten den Atem an. Sekunden der Angst. Lachend stand er wieder auf. Nichts passiert, rief er.

Dreiundzwanzig Jahre ist das jetzt her. Jahre sind vergangen, Mitschüler, Freunde sind erwachsen geworden. Sein Körper ist auch älter geworden. Geistig ist er aber immer noch auf dem Stand eines Neunjährigen. Manchmal gehen Wünsche anders in Erfüllung.

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Schweigen im Walde zu „Wünsch dir nichts”
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