Raucherclubs in OWL

Direkt vorweg eine Warnung: Eigentlich wollte ich den Artikel bereits gestern schreiben, aber ich war so aufgewühlt, dass ich es für besser hielt, die Sache noch mal einen Tag sacken zu lassen. Ich fürchte allerdings, dass es heute auch nicht viel besser ist. Allein wenn ich das Foto zum Artikel in der Neuen Westfälischen sehe, kommt mir schon wieder die Falle hoch. Gestern, beim lesen von „Retter für Raucher” war ich so wütend, dass in Folge des einsetzenden Bluthochdrucks mein Gesicht zu prickeln anfing. Man möge mir daher meine sehr subjektive Sicht auf die Dinge nachsehen – ich weiß, dass andere eine ganz andere Sichtweise haben, wenn es um das Thema geht.

Versuchen wir dennoch, den Text aus der NW kurz zusammen zu fassen. Er berichtete von Alexander N., Vorstand des Vereins „OWL-smokes”, der Bielefelder Gastronomen dabei hilft, Kneipen in so genannte Raucherclubs umzuwandeln, in denen dann trotz Rauchverbot weiter gequalmt werden darf. So geschehen bereits mit dem Desperado, Extra, Wunderbar, Sounds – alles Kneipen, in denen ich jetzt nie wieder einen Fuß reinsetzen werde.

Die Idee von N.: den gemeinschaftlichen Massenmord fördern, oder wie er es nennt, „das gemeinschaftliche Rauchen”. Ich für meinen Teil halte davon nichts, überhaupt nichts. Statt sich wie in anderen Ländern dem Gesetz zu fügen, wird in Deutschland mit Bauernschläue versucht, das Gesetz zu umschiffen. Angesichts von über 100.000 Tabak-Toten in Deutschland ist das widerlich. Die Zigarette ist kein kultureller Faktor, sondern ein Todesbote, auch wenn das scheinbar nicht in die Köpfe der Raucher hineingeht. Ich vermute mal, dass Nikotin zu allererst die Intelligenz senkt.

Als absoluten Hohn empfinde ich die Aussage von Herr N., dass er noch nie von einem Nichtraucher gehört hat, der sich in einer Kneipe übers Rauchen beschwert hat. Selektive Wahrnehmung nennt man es, wenn man nur das hört, was man auch hören möchte. Meiner Meinung nach sollte der Gesetzgeber dringend beim Nichtraucherschutz nachbessern und diese unsinnigen Clubs so hohe Auflagen machen, dass sich die perverse Idee nicht mehr lohnt.

Ach ja, und wenn ich noch einmal den Spruch höre „Dich zwingt ja keiner dazu, in eine Kneipe zu gehen”, dann bekommt der derjenige von mir eine Schachtel Zigaretten, der er vor meinen Augen leerisst – dann wird er schon sehen, dass Zigaretten tödlich sind.

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