Von Hungertüchern und Designerware

Von Hungertüchern und Designerware

Da die Laufstege Europas den Katastrophengebieten in Afrika immer ähnlicher werden, hat die Bundesregierung jetzt beschlossen, dem Elend eine Ende zu bereiten. Natürlich wird nicht den Hungernden in Afrika geholfen, denn die Tragen schließlich keine Designerware. Vielmehr richtet sich die so genannte „Charta gegen den Schlankheitswahn” gegen die klapperdüren Models in der ersten Welt, für die Hungern eher ein Luxusproblem ist.

Mit der Charta soll verhindert werden, dass sich Mädchen und junge Frauen von den halbtoten Fummelträgerinnen inspirieren lassen und ihnen nacheifern. Wobei jedem eigentlich klar sein sollte, dass es selbst bei gleichem Gewicht einen eklatanten Unterschied zwischen Ana Carolina und Elke aus Essen-Borbeck gibt. Letztere wird nämlich nicht in Armani, sondern in Klamotten vom Textildiscounter unter die Erde gebracht.

Das führt uns zur entscheidenden Feststellung, dass sich die Mädels zwar zu Tode hungern aber eben nicht reich hungern können. Es sei denn, sie finden einen reichen Kerl, der gerne mit einem Sklett ins Bett hüpft. Aber mal ganz ehrlich: wer kauft sich sich schon eine extra weiche Matratze um hinterher doch auf einem Lattenrost zu liegen?

One Reply to “Von Hungertüchern und Designerware”

  1. Wenn Du durch Kate Moss‘ Rippen twittern kannst, wird sie feststellen, dass man Designerklamotten nicht essen kann.

    Die dürren Dinger sollte man Zwangsernähren. Mampf.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren