Abgeschossen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich abzuschiessen oder abgeschossen zu werden. Wer es gerne selber macht, versucht es mit Flatratesaufen. Passivere Naturen setzen sich in ein Flugzeug und hoffen darauf, dass dies von Terroristen entführt wird. Dann fehlt nur noch irgendein Schäuble, der es vom Himmel holen lässt.

Wie dem auch sei, beides ist gestern Abend nicht passiert, als ich, der über einem Stapel von Büchern eingeschlafen war, von einem mörderischen Schrei aus dem Reich der Träume gerissen wurde. Klar, DER CHEF schaut CSI (neue Folgen), aber die Morde passieren doch meist eher zu Beginn. Was war also passiert? Nun, wir hatten kein Fernsehbild mehr. Da wir das T-Home Entertain Paket haben, ahnte ich böses. So war es dann auch. Kein Internet, die Telefonleitung war auch tot. Zurück in die Steinzeit.

Da wir gestern eine Tarifumstellung hatte, lag der Verdacht nah, dass uns ein fähiger Mitarbeiter des rosa Riesen abgeschossen hatte. Nadine schnappte sich ihr Mobiltelefon und rief die Kundenhotline an. Nach dem sie sich durch nervtötende Menüs weiter vorgetastet hat (immer wieder von Werbung für Produkte der Firma unterbrochen), kam von der Bandstimme der Hinweis, dass man eine Störungsmitteilung auch online machen könnte. Humor hat die Telekom ja, dass muss man ihr lassen.

Bis zu einem Mitarbeiter kam Nadine aber nicht, denn sie wurde wegen angeblicher Überfüllung aus der Warteschleife geworfen. Nicht nur einmal, sondern mehrfach. Telefonieren über das Mobilfunknetz ist schließlich so günstig, das es nicht weiter ins Gewicht fällt.

Irgendwann war aber dann tatsächlich der nächste freie Servicemitarbeiter für uns reserviert. Auf die Einzelheiten des 15 Minuten dauernden Gesprächs möchte ich jetzt nicht eingehen. Wir hatten Glück, dass unser Blutdruck noch rechtzeitig vor dem Schlafengehen wieder im normalen Bereich war.

Aber es gab auch eine gute schlechte Nachricht. Es gab tatsächlich ein technisches Problem, ein ausgefallenes Relais. Hey, und heute Mittag soll sogar ein Techniker rauskommen. Fragt sich nur, ob der auch tatsächlich kommt und das Problem behebt.

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