Lack und Leder

Lack und Leder

Bevor ich anfange, sollte ich vielleicht ein paar Hoffnungen sterben lassen: es geht in diesem Artikel nicht um sexuelle Spielarten – wir sind hier ja schließlich nicht in einer Talkshow der Privatsender. Statt dessen geht es um die Empfindlichkeit von Oberflächen und um kleine Haushaltsunfälle.

Schön, trotz der Einleitung gibt es also doch noch Leser, die das Thema interessant finden. Fangen wir also an mit einem Szenario, dass sich so oder ähnlich tatsächlich ereignet haben könnte.

Besitzer von Glastischen wissen mit Sicherheit, wie schnell sich auf der Oberfläche ein gewisser Grundsiff einstellt. Gerade Fingerabdrücke machen sich im Sonnenlicht nicht besonders hübsch – es sei denn, der Tisch steht bei Schäuble im Wohnzimmer oder in einem Besprechungsraum der Telekom.

Wie dem auch sei, ein probates Mittel, um Glastische zu reinigen ist Spiritus oder Isopropylalkohol. Das führt wieder zu streifenfreiem Glanz. Vorausgesetzt natürlich, der Tisch hatte eine echte Glasplatte, denn andernfalls ist er ruiniert, denn die erwähnten Reinigungsmittel gehen mit empfindlichen Oberflächen nicht gerade sanft um.

Nun soll Leder ja zu den robusteren Materialien gehören. Wobei ich persönlich dies nach wie vor für ein Gerücht halte, aber egal. Tatsache ist, dass gefärbtes Leder empfindlich ist. Nicht nur, weil die Farbe mit der Zeit vom Sonnenlicht ausgeblichen wird, sondern auch, weil sich die Farbschicht lösen kann.

Klippan, fast rot

Wie das, wird sich der eine oder die andere sicher fragen. Da sind wir dann wieder beim Glastisch und den Reinigungsmitteln. Verwendet man zu viel davon, kann es, besonder bei einer einer glatten Fläche, dazu kommen, dass sich die Flüssigkeit auf den Weg macht un den Tisch verlassen will. Wer ein Parketfußboden hat, so wie DER CHEf und ich, der hat solche gefährlichen Flüssigkeiten natürlich nicht gerne auf dem Boden.

Wenn aber der eine Weg versperrt ist, dann sucht man sich einen anderen – was Flüssigkeiten besonders gerne machen. Blöd, wenn dann ein Ledersofa, genauer gesagt ein Fräsig-rotes Klippan Model von IKEA, wie zufällig im Wohnzimmer herumsteht. Dank Videospiel gestählter Reflexe konnten wir zwar das Schlimmste verhindern, aber eben nicht alles, wie auf dem Foto zu erkennen ist.

Gut, passiert ist passiert, da hilf dann kein Jammern. Nach dem wir dann Dr. Google konsultiert haben, sind wir auch auf einen Haufen von Anbietern gestoßen, die Lederpflege- und Reparatursets vertreiben. Nach dem wir einen davon kontaktiert hatten, kam dann die Ernüchterung. Für unseren Fall gibt es angeblich kein Mittel, mit dem man die beschädigte Stelle wieder selber überpinseln kann.

Ein Fachmann, der uns telefonisch kontaktiert, hielt eine Reparatur für möglich, diese würde dann aber rund 300 Euro kosten – inklusive Abholung, immerhin. Das übersteigt zwar den Wert des Sofas noch nicht, liegt aber ziemlich nah dran am Neukauf. Vorerst werden DER CHEF und ich also mit dem Makel leben müssen, es sei denn, es gibt noch eine andere Idee.

6 Replies to “Lack und Leder”

  1. An Schuhen habe ich Lackschäden schon im Notfall mit einem Edding übermalt.

    Wobei es natürlich sehr praktisch war, mit „Schwarz“ eine sehr einfache Farbe zu haben. Dürfte bei einem roten Sofa wohl schwerer sein…

  2. hmm, für’s erste schließe ich mich cozmic an und zitiere irgendeinen dubiosen ‚EarthDawn‘-Roman:
    „Narben machen uns zu dem, was wir sind!“ (was immer das bedeuten soll!)

    Beachtenswerter finde ich die Einstellung meines Vaters, der direkt nach Vertragsunterzeichnung beim Autokauf kräftig in die Fahrertür kickt, damit ihn kleinere Schrammen nicht mehr aufregen!

    Weiterhin schönes WE
    JBJ

  3. das ist gut… das finde ich echt gut – ej echt gut… Schrammen, damit kleinere schrammen nicht mehr weh tun – ich lach mich krank – wow sowas guats hab i schon net ghört!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren