Bröckelnde Basis

Bröckelnde Basis

Da sitzt man mal wieder ahnungslos beim Frühstück und schlägt zur Magenschonung erstmal das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung auf und schon hat man wieder den Kaffee auf. Sich mühsam den Schlaf aus den Augen reiben liest man den Artikelanfang noch mal. Das Staunen bleibt, wird doch da von einem so genannten A-Blogger berichtet:

Neulich kam Robert Basic ins Nachdenken.

Hopla, macht er das sonst nicht? Na ja, angesichts so mancher Artikel könnte zumindest der Eindruck entstehen. Statt aber der erhofften Kritik geht es mit Lobhudelei weiter:

Deutschlands-Spitzen-Blogger war auf einer Bloggerkonferenz in Berlin.

Man, was für eine Nachricht! In Brüssel ist gestern eine Mülltonnen umgefallen – auch wahnsinnig wichtig. Wo wir gerade Brüssel erwähnen: Ich könnte meinen Blog inhaltlich neu ausrichten und über Brüsseler Spitzen, also Spitzenklöppeleierzeugnisse, berichten. Dann wäre ich unabhängig von meiner Leserzahl auf jeden Fall auch ein Spitzen-Blogger.

Der Rest des nicht gerade lesenswerten Artikels beschäftigt sich mit der angeblich unpolitischen deutschen Blogspähre:

Aber weshalb gibt es in Deutschland kaum eine Blogger-Stimme, die dezidiert Position bezieht?

Die gibt es – wenn man sich mal die Mühe machen würde, anständige Recherche zu betreiben und mehr als nur die üblichen Verdächtigen zu befragen. Dann wäre es auch nicht nötig, ständig mit dem Finger nach Amerika zu zeigen und zu schreiben, wie toll politisch dort alle Blogger sind.

3 Replies to “Bröckelnde Basis”

  1. Stimmt. Ich sehe es ähnlich. Es gibt abseits der deutschen Blogcharts TOP100 jede Menge durchaus guter und lesbarer Blogs mit eigenem Standpunkt und gut rechechierten Meinungen.

  2. Pingback: schulte-web.com

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren