Da sitzt man mal wieder ahnungslos beim Frühstück und schlägt zur Magenschonung erstmal das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung auf und schon hat man wieder den Kaffee auf. Sich mühsam den Schlaf aus den Augen reiben liest man den Artikelanfang noch mal. Das Staunen bleibt, wird doch da von einem so genannten A-Blogger berichtet:
Neulich kam Robert Basic ins Nachdenken.
Hopla, macht er das sonst nicht? Na ja, angesichts so mancher Artikel könnte zumindest der Eindruck entstehen. Statt aber der erhofften Kritik geht es mit Lobhudelei weiter:
Deutschlands-Spitzen-Blogger war auf einer Bloggerkonferenz in Berlin.
Man, was für eine Nachricht! In Brüssel ist gestern eine Mülltonnen umgefallen – auch wahnsinnig wichtig. Wo wir gerade Brüssel erwähnen: Ich könnte meinen Blog inhaltlich neu ausrichten und über Brüsseler Spitzen, also Spitzenklöppeleierzeugnisse, berichten. Dann wäre ich unabhängig von meiner Leserzahl auf jeden Fall auch ein Spitzen-Blogger.
Der Rest des nicht gerade lesenswerten Artikels beschäftigt sich mit der angeblich unpolitischen deutschen Blogspähre:
Aber weshalb gibt es in Deutschland kaum eine Blogger-Stimme, die dezidiert Position bezieht?
Die gibt es – wenn man sich mal die Mühe machen würde, anständige Recherche zu betreiben und mehr als nur die üblichen Verdächtigen zu befragen. Dann wäre es auch nicht nötig, ständig mit dem Finger nach Amerika zu zeigen und zu schreiben, wie toll politisch dort alle Blogger sind.
Stimmt. Ich sehe es ähnlich. Es gibt abseits der deutschen Blogcharts TOP100 jede Menge durchaus guter und lesbarer Blogs mit eigenem Standpunkt und gut rechechierten Meinungen.

in schulte-web.com:
Die Süddeutsche Zeitung hat ein Problem mit uns…
Die erneute Beschäftigung der Süddeutschen Zeitung mit der deutschen Blogszene spricht doch eigentlich eher für als gegen uns. Der Artikel ist lang und -Entschuldigung- ziemlich belanglos. Unter dem SZ-Niveau.
In meinen Augen trifft die…
in mein-parteibuch.com » Simon Feldmer als journalistisches Vorbild:
[...] Wenn politische Blogger euren Stuss dann als “ziemlich belanglos” und “unter … Niveau” abtun oder Euch empfehlen, “anständige Recherche zu betreiben und mehr als nur die üblichen Verdächtigen zu befragen” dann könnt ihr das getrost ignorieren, denn, wie ihr wisst, ist die politische Blogosphäre in Deutschland nicht existent. Wenn ihr den Unfug dann noch ausgerechnet Freitag Abend bei der Süddeutschen publiziert, geht ihr dank gut geregelter Kommentarzeiten auch kein Risiko ein, bereits am Wochenende in den Kommentaren zum Beitrag ausgelacht zu werden. [...]