Der Brockhaus geht

Der Brockhaus, das Synonym für bürgerliche Wissenskultur hat verkünden lassen, dass seine 21. Auflage die letzte gewesen sei. Künftig wird es ihn nur noch online geben – werbefinanziert und gratis.

Gut, ich muss zugeben, DER CHEF und ich haben zu Hause auch keinen Brockhaus stehen, lediglich eine etwas ältere Taschenbuchausgabe des Meyersche Konversations Lexikons, welches mittlerweile eine beachtliche Patina angesetzt hat. Vornehmlich nutzen wir nämlich wikipedia. Darüber kann man streiten, muss man man aber nicht.

Ich für meinen Teil hab trotz meiner Präferenz für das Online-Medium immer noch Respekt vor der gewaltigen Wucht einer geduckten Brockhaus-Ausgabe. Vor allem dann, wenn alle Bände gesammelt in einem gediegenem Holzregal stehen. Das ist zwar nicht unbedingt praktisch, auch nicht immer aktuell aber auf jeden Fall teuer.

In gewisser Hinsicht bin ich auch nach wie vor ganz klar ein Buchmensch. Zum Beispiel werde ich mit Hörbüchern nicht warm. Ich liebe es, ein Buch in der Hand zu halten, das Papier zu fühlen, durch die Seiten zu blättern und mein ganz eigenes Lesetempo einzuschlagen. Genauso finde ich, dass ein gut gefülltes Bücherregal eine Bereicherung ist.

Das Verschwinden von Büchern schmerzt mich. Wenn der Brockhaus jetzt geht, dann ist das für mich wie der Tod eines Menschen, den man zwar nie richtig gekannt, ihn aber immer gerne kennen lernen wollte, und dem man aus der Ferne stets respektvoll zugenickt hat.

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