Ungeschminkte Wahrheit

Ungeschminkte Wahrheit

Montag Morgen und ich bin nicht in Essen (wohl aber am Essen, wie der Ruhrpöttler sagen würde). Da stellt sich doch der unbedarft Leser, zumal wenn er aus nördlichen Gefilden stammt die Frage: Warum sitzt der Sack zu Hause? Nun, recht einfach. In essen herrscht der Ausnahmezustand, auch bekannt unter dem Namen Karneval. Im Unterschied zum letzten Jahr gab es in den letzten tagen eine Art Palastrevolution, so dass ein Stadtbekannter Rüttensscheider auf den Rest der Belegschaft am heutigen Tag verzichten muss.

Überhaupt Essen. Was sagt man da eigentlich am heutigen Tag? Alaaf? Stammt aus Köln und bietet sich streng genommen als Schlachtruf der Narren auch nur dort an? Hellau? Da bin ich mir unsicher. Sollte man auf jeden Fall in Köln dringlichst vermeiden, denn es heißt vollständig ja Düsseldorf Hellau. Und auf die Differenzen zwischen den beiden Städten muss ich wohl nicht noch mal eingehen.

Also was bleibt dann für Essen? Wie wäre es mit:

Essen vergessen!

Wobei das ja eher eine Frage ist. Nun gut, ich habe mit Karneval nichts am Hut, da brauch ich mir auch eigentlich keine Gedanken über Sprüche machen – wobei mein geschätzter Kollege Marc des öfteren ja meint, angesichts meiner manchmal merkwürdigen Blogeinträge und sprachlichen Anwandlungen würde ich in die Bütt gehören. Schwamm drüber.

Bleiben wir aber dennoch bei einem artverwandten Thema. Carne Wall. Eine solche will die NATO aus deutschen Soldaten in Afghanistan errichten, wenn man den Meldungen aus der Presse glauben darf. So schreibt die Neue Westfälische auf der Titelseite ihrer heutigen Ausgabe:

NATO will deutsche Soldaten kämpfen sehen

Keine gute Idee. Zum einen, weil hier in der Heimat niemand deutsche Soldaten sterben sehen will, denn wir sielen zwar gerne Krieg und Großmacht, aber im Grunde sind wir eher friedlich und zartbesaitet. Bodybags mit einem Label „Content Made in Germany ” würde in Deutschland doch innerhalb der Bevölkerung zur Verstimmung führen.

Der andere Grund, der gegen den Kampfeinsatz von deutschen Soldaten spricht, ist die mangelnden Erfahrung beim siegen. Unvergessen dürfte doch wohl sein, dass wir bei den letzten zwei Großveranstaltungen ziemlich schlecht abgeschnitten haben. Andererseits: Es wäre wohl ein Erfolgsmodell, wenn wir unsere deutschen Fußballspieler mit einem Gewehr nach Afghanistan schicken. Selbst der Beckenbauer könnte sich in einem Schützengraben noch mal verdient machen und auf diese Weise seine Steuerschuld begleichen.

Begeben wir uns abschließend noch auf ein anderes Schlachtfeld. In der lokalen Presse war ein Artikel über die Person, die momentan in Nordrhein-Westfalen die Bildung(-spolitik) ruiniert. Anzumerken sei in diesem Zusammenhang, dass wir als SPD-Stammland derzeit keine Landesregierung haben, sondern allenfalls ein Regime der Besatzungsmacht. Das Einzige, was in NRW schwarz sein darf, ist die Kohle. Alles andere hat hier eher weniger verloren. Nur weil sich ein Strukturwandel abzeichnet, bedeute das noch lange nicht, dass man alte Bundesminister hier recyceln muss.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren