Zahnstein

Da sich ja häufig in Kommentaren darüber beschwert wird, dass ich angeblich alles immer so negativ sehen würde, fangen wir am besten mal mit der gute Nachricht an. Nach längerer Unterbrechung war ich gestern endlich wieder beim Zahnarzt. Der Besuch war allerdings nicht ganz so freiwillig, sondern ist aus einer akuten Schmerzsituation entstanden. Aber der Reihe nach.

In meinen „Honigpoppies mit Ahornsirup” der Firma Rapunzel befand sich ein Stein. Leider bin ich kein Geologe, um genau zu sagen, was für einer das war, jedoch ließ sich ein feststellen: er ist verdammt hart, besonders wenn man wie ich darauf beißt. Dem Stein ist nichts passiert, aber ein paar meine Zähne fühlten sich so an, als ob das nicht unbedingt für sie gelten sollte.

Ich selber konnte erstmal nichts feststellen und sortierte das Erlebnis erstmal in die Schublade „kleine Wehwehchen, die wieder verschwinden” ein. Etwas mehr als eine Stunde später im Büro war der Schmerz aber noch immer da. Dummerweise auch noch anhaltend an dem einzigen Zahn in meinem Mund, dem ein kleines Stückchen fehlt, welches Kunststoff fachgerecht ergänzt wurde. Bei mir schlich sich die Vermutung ein, dass genau dieses Stück Kunstoff in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Die Gelegenheit, quasi schon mal zur Akklimatisierung, meinen ersten Arzt in Essen auszuprobieren. Per Internet fand ich auch einen, der nur einen Steinwurf weit (gut, ich könnte nicht so weit werfen, aber gedopte Olympiasportler sicherlich) vom Büro entfernt seine Praxis hat. Trotz nichtvorhandenen Termins musste ich am Nachmittag nichtmal fünf Minuten warten, bis ich an der Reihe war.

Feststellen konnte er soweit nicht. Von außen und innen (mal wieder die persönliche Röntgenbelastung erhöht) war nichts festzustellen, wobei ich nach wie vor hoffe, dass wir beide vom selben Zahn geredet haben. Der Doc meinte daher, es läge bei mir nur eine Zahnprellung vor. Der Schmerz würde von selber wieder abklingen – fragt sich nur wann. Im Anschluss an die Untersuchung entfernte einer seiner Helferinnen noch den Zahnstein bei mir (nicht das Ding, was im Müsli war) und erstattete mir doch tatsächlich die bereits gezahlten zehn Euro Praxisgebühr zurück, da bei mir ja außer einer Vorsorgeuntersuchung nichts gemacht wurde. Klasse! Damit habe ich auf jeden Fall schon mal einen Zahnarzt in Essen gefunden, der mir gefällt.

An die Firma Rapunzel habe ich dann noch gestern Nacht eine Brief geschrieben, der heute zusammen mit dem Stein (ist nicht so schwer, dass es nicht als normaler Brief durchgehen würde) mit der Post rausgehen wird.Bin mal gespannt, wie die Firma reagieren wird.

Eins steht jedenfalls fest. Würde ich in Amerika leben, könnte ich mich schon mal im Vorfeld über einen hohe Schadensersatzforderung freuen.

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