Frei tanken

Zum heutigen Aktionstag Free Burma hatte ich mir ja bereits im Vorfeld meine Gedanken gemacht. Burma oder Birma (bei dem Land muss Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherlich erstmal auf ihrem schnuckeligen Globus nachsehen), dass ist wieder einer dieser Brennpunkte, wo es wahlweise um Menschenrechte, Demokratie oder schlicht und einfach nur ums Öl geht.

Während sich andere Bloger mit sehr guter Begründung an der Aktion beteiligen, bleibe ich lieber in der Uferböschung sitzen und gehe meiner Lieblingsbeschäftigung nach: Steine ins Wasser werfen. Natürlich würde es mir nicht weh tun, wenn ich auch eines dieser wunderschön roten Poesiealbumsbildchen platziere. Aber ich hab noch was viel besseres, das ich beim durchwühlen des Kellers gefunden habe:

Kein Blut für Öl!

Die eine oder der andere wird sich sicher noch an die 90er Jahre erinnern, an die Demonstrationen gegen den ersten Golfkrieg. Wenn ich mein altes Palistenenser-Tuch rot färbe, geht das bestimmt auch noch als Zeichen für ein freies Burma durch – man muss, wie bei so vielen Dingen, einfach nur fest dran glauben.

Es soll ja Blogger geben, denen ist nichts peinlich. Wirklich nichts. Die klauben sich auch irgendwo die allgemeine Erklärung der Menschenrechte zusammen und rufen zu einer Petition auf. Also bitte! Menschenwürde hat auch damit zu tun, dass man morgens noch in den Spiegel schauen kann. Wer solch billige Maschen nötig hat, bei dem kann das zumindest hinterfragt werden. Bei soviel geheucheltem Gutmenschentum kommt mir schon während der Fahrt ins Büro das Frühstück wieder hoch.

Ich wette eine Flasche guten Whiskey drauf, dass der größte Teil der jetzt den Wirbel veranstaltenden Blogger in vier Wochen schon nicht mehr weiß, worum es bei den Protesten in Burma eigentlich ging. Davon lesen wird man dann auch nichts mehr. Wünschen würde ich mir bei so einigen, dass sie ihren Aktionstag auf vier Monate ausdehnen und die Zeit, in der sie schweigen, mal nutzen um in sich zu gehen.

Kommentar verfassen