Unscheinbare Freunde

Unscheinbare Freunde

Manche Freunde vermisst man erst dann, wenn sie plötzlich verschwunden sind. So passiert es mir auch gestern Abend, als ich zur gewohnten Zeit (inklusive der bahnüblichen Verspätung) in Bielefeld ankam und mit der Stadtbahn nach Hause vor. Ausstieg, wie immer, an der Haltestele Mozartstraße, an der ehemaligen Paul-Gerhardt-Kirche.

Ein rote-weißes Absperrband machte mich auf etwas aufmerksam. Mein Verstand benötigte etwas Zeit, um festzustellen, was fehlte. Der Baum, der mir immer Schutz bot vor Regen, der die ansonsten schäbige Haltestelle erträglich machte – dieser Baum wurde gefällt. Fein säuberlich zerlegt in seine Einzelteile lag er auf einem Grünstreifen.

Mich stimmt das sehr traurig, zumal ich den Eindruck habe, dass in Bielefeld immer mehr Bäume verschwinden. Möglicherweise häng es auch damit zusammen, dass es deutlich einfacher geworden ist, sie zu fällen.

Ich hoffe nur, dass es in unserer Nachbarschaft vorerst der letzte Baum war, der gefällt wurde. Und ich hoffe insbesondere, dass das fällen des Baumes nicht mit dem Umbau der Verkauften Paul-Gerhardt-Kirche zu tun hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren