Otto, find ich nicht gut!

Otto, find ich nicht gut!

Der Versandhandel für Lehrer, Besserverdienende und all die Menschen dort draußen, die noch an die guten alten Dingen glauben, war bisher Manufactum. Nicht viel der Kunden dürften gewusst haben, dass Otto, einer der klassischen Katalogversandhäuser mit einem, sagen wir mal um höflich zu bleiben, anderem Warenangebot, zur Hälfte an Manufactum beteiligt war. Zum Ende des Jahres wird sich dies ändern, denn dann übernimmt Otto Manufactum komplett.

Damit wird Manufacum, wie zuvor bereits andere Unternehmen, ein Opfer der die der Microsoft-Philosopie: „Wenn du sie nicht vom Markt verdrängen kannst, kaufe sie auf.”

Auch wenn die Fassade belbt, so verschwinden doch in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen mit ihrem Gegenentwurf zum Mainstream vom Markt, denn sie verkaufen ihre Seele. Biomärkte werden an Lebensmitteldiscounter verhökert, ein Textilversand für ökologisch-natürliche Kleidung (Hess Natur) landet bei Karstadt-Quelle.

Sicher lässt sich einwenden, dass der Markt nun so ist – genausogut sei es aber erlaubt, diese Entwicklung, die letztendlich ein Ausverkauf von Werten gleichkommt, zu bedauern.

Von Manufactum ist vor ein paar Tagen erst der neue Katalog gekommen. Vielleicht nutzen einige Kunden die Gunst der Stunde, um ihren Unmut dadurch Luft zu verschaffen, indem sie den Katalog mit einem entsprechenden Begleitschreiben wieder zurück senden.

One Reply to “Otto, find ich nicht gut!”

  1. Tja, verkauft ist das Ding nun schon. Schade finde ich es auch irgendwie. Andererseits ist Otto schon seit 1998 mit 50% beteiligt und Manufactum ist trotzdem… Manufactum eben.
    Aber ich bin gespannt, was sich im nächsten Jahr ändert… Habe ja ein Manufactum-Warenhaus direkt vor der Tür ;)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren