Otto, find ich nicht gut!

Der Versandhandel für Lehrer, Besserverdienende und all die Menschen dort draußen, die noch an die guten alten Dingen glauben, war bisher Manufactum. Nicht viel der Kunden dürften gewusst haben, dass Otto, einer der klassischen Katalogversandhäuser mit einem, sagen wir mal um höflich zu bleiben, anderem Warenangebot, zur Hälfte an Manufactum beteiligt war. Zum Ende des Jahres wird sich dies ändern, denn dann übernimmt Otto Manufactum komplett.

Damit wird Manufacum, wie zuvor bereits andere Unternehmen, ein Opfer der die der Microsoft-Philosopie: „Wenn du sie nicht vom Markt verdrängen kannst, kaufe sie auf.”

Auch wenn die Fassade belbt, so verschwinden doch in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen mit ihrem Gegenentwurf zum Mainstream vom Markt, denn sie verkaufen ihre Seele. Biomärkte werden an Lebensmitteldiscounter verhökert, ein Textilversand für ökologisch-natürliche Kleidung (Hess Natur) landet bei Karstadt-Quelle.

Sicher lässt sich einwenden, dass der Markt nun so ist – genausogut sei es aber erlaubt, diese Entwicklung, die letztendlich ein Ausverkauf von Werten gleichkommt, zu bedauern.

Von Manufactum ist vor ein paar Tagen erst der neue Katalog gekommen. Vielleicht nutzen einige Kunden die Gunst der Stunde, um ihren Unmut dadurch Luft zu verschaffen, indem sie den Katalog mit einem entsprechenden Begleitschreiben wieder zurück senden.

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