Im Sommerloch verschwunden

Von der Bundeskanzlerin (ich verzichte, wie bekannt sein sollte, auf die Verwendung von „unsere”) ist derzeit nicht besonders viel zu hören – höchstens ein paar Sätze aus dem Off geflüstert zur Mindeslohnforderung der SPD. Bei all der Still stellt sich doch die Frage, ob überhaupt jemand nach dem Ende der Sommerpause Frau Merkel vermissen würde, wenn sich nicht wiederkommen würde. Wenn sie, so zusagen, im Sommerloch einfach verschwunden wäre.

Die noch ausstehenden Monate bis zur nächsten Bundestagswahl kommt Deutschland auch ganz gut ohne die Bundeskanzlerin und ihre Richtlinienkompetenz aus. Diese Wunschvorstellung hat leider jedoch einen ziemlichen Schönheitsfehler, der Frau Merkel garantiert auch bei der nächsten Wahl zu Gute kommen wird: es gibt derzeit keine Alternative zu ihr, so bedauerlich sich das anhört.

Wenn die Union sie mit aller Wahrscheinlichkeit wieder ins Rennen schickt, wer will oder soll sich ihr dann als Gegenkandidat in den Weg stellen? Wer von der SPD (denn das eine der kleineren Parteien den Kanzler bzw. die Kanzlerin stellen wird, ist ehr unwahrscheinlich) käme denn überhaupt in Frage? Doch nicht etwa Kurt Beck! Vermutlich würden nicht wenige in der SPD lieber eine Angela Merkel wählen, als ihn im Kanzleramt sehen zu müssen.

Mein persönlicher, sagen wir mal Reservekandidat, wäre ja Siegmar Gabriel. Herr Steinmeier kommt für mich allein schon auf Grund seiner Rolle im Fall Murat Kurnaz nicht in Frage. Und eine Andrea Nahles als Bundeskanzlerin wäre, auch wenn es zum Glück nahezu ausgeschlossen ist, wirklich der worst case. Dann könnte man ja gleich die SED, PDS oder wie auch immer die kreidefressenden Stalinisten sich jetzt nennen, den Schlüssel zum Kanzleramt übergeben.

Vielleicht aber hat der deutsche Steuerzahler mit all den Abgaben, die er zu entrichten hat, mal ausnahmsweise Glück und der gesamte Bundestag verschwindet im Sommerloch. Dann könnten wird die Chance ergreifen und die gesamte deutsche Politik outsourcen. Gut möglich, dass die Chinesen es deutlich billiger machen würden als unsere bisherigen Mandatsträger.

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