Live Earth

Live Earth

Wer diesen Blog hier kennt, dem war sich klar, dass ich Veranstaltungen wie Live Earth nicht kommentarlos vorbeiziehen lassen kann. Meistens warte ich jedoch , bis sie mir den Rücken kehren, um ihnen einen kräftigen Tritt zu verpassen. Ja, dass hört sich jetzt sehr heftig an, aber mal ehrlich: glaubt wirklich jemand, dass sich die Welt durch singen verbessern lässt? Durch Massenveranstaltungen, zu denen Menschen und Equipment mit dem Flugzeug angekarrt werden?

Eigentlich sollten wir doch schon aus Palermo wissen, dass singen nicht die Welt verbessert, sondern nur dazu führt, dass der Don einen von der Gästeliste streicht. Dafür taucht man dann auf einer anderen Liste auf und irgendwann im Hafenbecken ab. Singen gegen den Klimawandel – selten so was bescheuertes gehört. Die dicken Bosse der Firmen, die Tag für Tag die Erde ausbeuten lassen, giftige Abwässer in Flüsse einleiten oder illegal Müll irgendwo verschwinden lassen, werden sich vermutlich halb tot lachen.

Wenn sich die Welt tatsächlich noch retten ließe, dann nur, in dem wir diesen Leuten ganz kräftig auf die Füße treten. Zu allererst sollten wir aber anfangen, uns selber in den Hinter zu treten und unsere eigenes Verhalten zu überdenken. Wer von uns weiß schon, wie seine eigene Klimabilanz aussieht?

3 Replies to “Live Earth”

  1. Obesa cantavit!

    … da eiern einige Möchtegern-Promis auf der Bühne rum, stellen pantomimisch den Regentanz eines Joe Cocker’s dar, und wir alle dürfen jetzt denken: Klasse, Welt gerettet.
    Ich für meinen Teil denke mir, dass die Welt schöner, sicherer und geretteterer wäre, wenn nicht soviel Heiße Luft gemacht werden würde.

    JBJ

  2. Über Sinn und Unsinn von dem Megakonzert kann man sich sicher ewig streiten. Aber immerhin wird dadurch das Thema etwas mehr in den Vordergrund gedrängt und so zumindest einige der Skeptiker, die es leider noch zu hauf gibt und die den Klimawandel immer noch für ein natürliches Phänomen halten, zumindest zum Nachdenken angeregt.

  3. Ich sehe es genauso wie iKArus.
    Es ist klar, das durch so ein Konzert keine CO2-Reduzierung staffindet, aber eine bessere Möglichkeit das in Öffentlichkeit zu bringen gibt es wohl nicht. Wenn jemand eine andere Möglichkeit sieht, dann her damit. Die Zeit drängt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren