Tod in der Klinik

Gestern hat Professor Brinkmann in der Schwarzwaldklinik seinen letzten weißen Kittel angezogen und ist seinem Schöpfer gegenüber getreten. Bekannt wurde Brinkmann unter anderem dadurch, dass er in seiner Freizeit die Figur des Klausjürgen Wussow spielte. Bis zu letzt hielt sich das hartnäckige Gerücht, Brinkmann würde sich vehement für die flächendeckende Einführung des Mindestlohn eingesetzt.

Die CDU, erklärte Gegnerin des Mindestlohn, bestritt jegliche Beteiligung am Ableben des streitbaren Professors. Unter vorgehaltener Hand hieß es weiter, die CDU hätte bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie ein Herz für Professoren mit merkwürdigen Ideen hätte – selbst wenn diese aus Heidelberg kämen.

In konservativen Zeitungen wie der Rheinischen Post wird zwar das Ableben Brinkmanns betrauert, gleichzeitig wird aber mit unverhohlen Freude das Scheitern der Mindestlohn Debatte in der großen Koalition begrüßt. Trotz jeglicher Kontroverse ist dennoch zu befürchten, dass in den nächsten Wochen die Schwarzwaldklinik im Fernsehen wiederholt gezeigt wird, um zu zeigen, auf welchen Weise sich GEZ-Gebühren verschwenden lassen. Experten rechnen auch damit, dass trotz erheblichen Differenzen die große Koalition weitergeführt wird. Ein bedauerliches Signal für alle, die fest an ein Scheitern geglaubt haben.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle signalisiert in der Zwischenzeit, dass er sich gut vorstellen könnte, gemeinsam mit der Linkspartei zur Trauerfeier für Professor Brinkmann zu gehen. Trotzdem, so Westerwelle, sei aber ein gemeinsamer Kranz unvorstellbar.

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