Mehr Spaß mit der Bahn

Mehr Spaß mit der Bahn

An einem Dienstag, außerhalb der Haupturlaubszeit, erwartet ein Pendler im Grunde nichts schlimmes von der Bahn. Vielleicht die üblichen Verspätungen. Im Gegensatz diesen verdammten Montagen, wo die Züge teilweise zum erbrechen voll sind, sollte es eigentlich dienstags kein Problem sein, einen Sitzplatz zu bekommen. Eigentlich. Denn heute morgen gab es nur einen Zugteil auf der Strecke von Berlin nach Hamm.

Normalerweise (aber was ist bei der Bahn schon normal) fahren von Berlin nach Hamm und Umgekehrt zwei ICE-Züge aneinander gekoppelt in Hamm werden sie dann geteilt, damit ein ICE nach Köln Hauptbahnhof und der andere nah Köln/Bonn Flughafen fahren kann. Wie dem auch sei, heute morgen war das jedenfalls nicht so.

Das Ergebnis lässt sich leicht vorstellen. Man nehme (nicht Dr. Oetker, den lassen wir mal aus dem Spiel – ganz sicher hat er auch eine Chauffeur) zwei Züge und packe die Reisenden aus beiden in nur einen Zug. Die Menge der Sitzplätze reicht logischerweise nicht aus. Auch Stehplätze werden in so einer Konstellation knapp.

In weiser Voraussicht habe ich dann direkt beim Einsteigen in Bielefeld einen der Zugbegleiter höflich gefragt, ob denn die erste Klasse freigegeben würde, denn dort waren noch einige Plätze frei. Mir wurde in sehr pampiger Art und Weise beschieden, dass es dazu keine Veranlassung gäbe. Bis kurz vor Hamm habe ich dann gestanden. Als dann eine andere Zugbegleiterin Fahrkarten kontrolliert hat, habe ich sie nach der Nummer der Beschwerdestelle gefragt. Als sie meinen Grund wissen wollte, sagte sie nur: „Wieso, die erste Klasse ist doch freigegeben worden.” Anscheinend weiß bei der Bahn die eine Hand nicht, was die andere macht.

Es kommt aber noch besser. Meine Freude über den ergatterten Sitzplatz hielt nicht lange an. In Dortmund war auf Grund eines Triebfahrzeugschadens Endstation. Reisende Richtung Essen und Düsseldorf wurde gebeten, den Regionalzug in diese Richtung zu nehmen.

Das wohl einzig positive an der ganzen Sache: Viel später als sonst war ich auch nicht im Büro, denn der ICE auch unter „normalen” Umständen selten pünktlich in Essen. Uns selbst wenn er pünktlich in Essen ist, bedeutet das noch lange nichts, denn wie vor einer Woche kann sich immer noch unmittelbar vor der Einfahrt im Bahnhof jemand vom Gleis stürzen.

3 Replies to “Mehr Spaß mit der Bahn”

  1. Ganz nach dem Motto: „Die Bahn kommt“!
    Ist eben nur die Frage WANN !

    Aber ist schon eine Schweinerei, was bei dem Unternehmen so abgeht in Sachen Kundenservice. Das fängt bei der Beratung am Schalter an und hört letztlich wie man sieht beim Zugpersonal auf.

  2. Und da fragt man sich wirklich, wieso man überhaupt erst überlegen sollte, sein Auto mal stehen zu lassen, um sich auf Bus und Bahn zu verlassen …

    Naja, immerhin bestätigt das auch meine relativ spärlichen Erfahrungen mit der Bahn.

  3. Gegen Verspätungen und dergleichen wäre nichts einzuwenden, wenn der Preis passen würde. Aber der z.T. hohe Preis im Vergleich zur schlechten Leistung steht eben in keinem Verhältnis. Doch bei der Bahn ist man immer noch von der wahnwitzigen Idee befallen, viel verlangen bedeutet auch viel verdienen!

    Die lernen das glaube ich nie mehr!

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren