Blogger und Moral

Blogger und Moral

Lassen wir ausnahmsweise mal die sprachlichen Feinheit ausser acht und sparen uns daher Vergleichen zwischen Moralapostel und Moral A-Blogger und kommen direkt zum Stein des Anstoßes – wobei es ja nicht nur ein Stein ist, sondern viele Steine unterschiedlicher Größe, die derzeit mal wieder (scheint eine lästige Gewohnheit in Kleinbloggersdorf zu sein) geworfen werden.

Sich, über Werbung in Blogs kann gestritten, Moral in Frage gestellt werden. Dabei stehen sich zwei Hauptlager gegenüber. Die einen finden nichts verwerfliches dabei, in ihrem Blog Werbung zu machen, während andere dies rigoros als verwerflich ablehnen. Natürlich gibt es dazwischen noch weitere Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß.

Letztendlich wäre es aber gar nicht so schwer, einen Kompromiss zu finden, der beiden Seiten gerecht wird (wenn es überhaupt ein Interesse an einer Einigung gibt). Es müsste nur eine Formel gefunden werden, mit der der Verwerflichkeitswert einer Werbeanzeige zum Ausdruck gebracht werden kann. Dieser würde dann durch eine fiktive Währung, Moraltalar und Glaubwürdigkeitsgroschen, zum Ausdruck gebracht werden. Jede Anzeige belastet das Ethikkonto des entsprechenden Bloggers. Selbstverständlich schlagen bezahlte Artikel deutlicher stärker zu Buche als eine einfache Bannerwerbung.

Um sein Konto wieder auszugleichen, kann ein Blogger Artikel schreiben oder sich an Aktionen beteiligen, die mit einem positiven Moralwert verbucht werden. Ein gesponserter Opel Astra würde so zum Beispiel durch eine kritische Berichterstattung über den G8-Gipfel aufgewogen werden.

5 Replies to “Blogger und Moral”

  1. Hm. Schwieriges Thema. Ich für meinen Teil hab es bisher nicht nötig, meine Blogs über Drittmittel zu finanzieren. Wenn ich für etwas Werben würde, dann müsste ich das Produkt, oder die Meinung auch vertreten können, anders könnte ich mir das nicht vorstellen. Und in dem Fall wäre es ja keine Werbung mehr, oder?
    Also nicht im Sinne von „verwerflich“.

    Gut das ich mir darüber keine Gedanken machen muss!

  2. Werbung ist ja eigentlich in jedem Blog vorhanden. Jeder link ist letztlich Werbung für eine bestimmte Seite. Nicht wenige links führen zu Seiten mit kommerziellen Angeboten, auch noch eine ganze Menge links führen zu den kommerziellen Angeboten selbst.

    Dann gibt´s da noch die Werbung, für die man bezahlt wird. Davon ist mein Blog frei. Ich habe aber kein Problem damit, wenn man sich seinen Online-Auftritt über solche Mittel finanziert, oder auch nur ganz einfach sein Taschengeld aufbessert. Die meisten Leute bekommen die klassischen Anzeigen dank bannerblindness eh nicht mit. Ich kann mich jedenfalls nicht an eine einzige Werbung auf den Seiten erinnern, die ich heute besucht habe, und allein die sieben Zeitungen, die ich heute schon abgeklappert habe, quellen ja schon über vor klassischer Werbung.

    Werbung via Blogartikeln bekommt man schon eher mit, wobei auch die – wenn sie gut sind – eben auch lesenswerte und gehaltvolle Artikel sein können.

  3. Thomas, nicht nur in Print und Web. Bei der ARD nennt man sowas Schleichwerbung.

    Bezahlte Werbung stört mich immer dann, wenn eine Website ein Freizeitprojekt ist. Da frage ich mich, was den Leuten ihr Hobby wert ist. Private Blogs mit Werbung haben bei mir einen ganz schlechten Start, egal wie gut der Inhalt ist.

    Und Schleichwerbung in bezahlten Einträgen find ich sowieso zum kotzen – ich hab noch nie einen wirklich guten gelesen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren