Aufschwung als Modetrend

Aufschwung als Modetrend

Derzeit bekommen DER CHEF und ich aus mir nicht bekannten Gründen immer noch die Neue Westfälische obwohl das „Urlaubsabo” ausgelaufen ist. Eigentlich nicht schlecht, ab und an die NW zu lesen – zumindest, wenn ich dafür nicht Geld bezahlen muss, denn dann würde ich lieber darauf verzichten. Sicher kann mir eine ausgesprochene Gehässigkeit in Bezug auf die Provinzpostille, ähm, die Lokalzeitung nachgesagt werden.

Aber es gibt auch Schlagzeilen wie diese

Mode als Spiegel des Aufschwungs

die mir morgens ziemlich auf den Magen schlagen. Nicht genug, dass der Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts behauptet, der wirtschaftliche Aufschwung würde sich in der Kleidung widerspiegeln und der Trend zur Verschlankung von Unternehmen würde sich auch in der Mode und den verwendeten Schnitten widerspiegeln, nein, die Neue Westfälische druckt das auch noch so unkommentiert ab. So manchen Arbeitslosen wird es sicher freuen zu hören, dass seine Entlassung ein Modetrend gewesen ist. Vielleicht gibt es ja zu Hartz IV demnächst eine eigene Kollektion.

Solche angeblichen Korrelationen sind wissenschaftlicher Blödsinn. Wenn es überhaupt einen Zusammenhang geben würde, dann sollte er sehr nachdenklich machen. Angesichts magersüchtiger Modells, die Kleidung auftragen, die jedem normalsterblich unretuschierten Menschen zu klein ist, würde das, auf die Wirtschaft übertragen bedeutet, dass die Konzerne so lange noch Arbeitnehmer auskotzen werden, bis selbst senilste Aktionäre angesichts des Börsenkurses eine Dauererektion bekommt.

One Reply to “Aufschwung als Modetrend”

  1. … ich empfehle das googeln nach einem Artikel mit dem Titel ‚Korrelatalschaden’… erklärt sehr eindrucksvoll den argumentativen Blödsinn.
    (Leider fällt mir der Name des Autors nicht ein, das würde das Suchen leichter machen!)

    JBJ

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren