Tagebuchschreiber in Weiß

Tagebuchschreiber in Weiß

„Was also, fragte der HERR, sind Blogger? Göttergleiche Gestalten, die über der Wirklichkeit schweben und mit scharfer Moral richten? Sin sie, die stets um nach Unsterblichkeit streben, die neuen Übermenschen? Oder sind sie, genauso banal und von Trieben geleitet wie alle anderen auch? Stehen sie als höhere Wesen vielleicht sogar über MIR und verdammen MICH, weil ich mehrfach für MEINE Sache geworben, sogar meinen Sohn geopfert habe?”

Machen wir uns nichts vor: Auch wenn so mancher Bloger auf Wolke siebeneindreiviertel der Arroganz schwebt, so ist er doch letztendlich genau wie alle anderen ein Mensch und fehlbar. Trotzdem neigen nicht gerade wenige Bloger dazu, sich selber moralisch zu erhöhen und mit Fingern auf andere zu zeigen, die gegen einen angeblichen „Codex” verstoßen – ein Codex, den es nicht nur so in der Form nicht geben kann und dem nicht zwangsläufig jeder, der im Internet was in Form eines Blog schreibt, auch zugestimmt hat, geschweige denn zustimmen musste.

Wenn jemand meint, er müsste seine Seele bei ebay verkaufen oder Werbung in seinem Blog schalten (was letztendlich, wie wir alle zu wissen glauben, ja das gleiche ist), dann ist das seine private Entscheidung. Ich persönlich lehne es zwar ab, meinen Blog mit Werbung zu finanzieren, kann aber die Entscheidung andere, dies zu tun, durchaus verstehen.

Solange Werbung als Werbung erkenntlich ist, habe ich damit kein Problem. Das einzige, was mir aufstößt und wo ich mich in der Vergangenheit auch eindeutig zu geäußert habe, sind als Artikel getarnte Werbung, gekaufte oder gesponserte, also wenn ein Bloger seine Popularität dafür nutzt, sich inhaltlich zu prostituieren und dabei seine Glaubwürdigkeit verspielt.

Alles andere ist, wie bereits gesagt, völlig in Ordnung – zumindest meiner Meinung nach.

3 Replies to “Tagebuchschreiber in Weiß”

  1. ach lass sie doch, wer werben will kann sein blog doch damit verunstalten :-)

    und wer sich mit dem nackten po an die ecke stellt, erleidet eben auch häufiger schnupfen ;-)

    und – du mußt es ja auch nicht lesen.

    und das viele manchmal auch gar nicht so „göttliches“ schreiben, dass ganze garniert mit einer dicken prise arroganz, na ja, in meinem blog gibt es das lebensabschnittsweise zuhauf.

    mit selbstkritischem gruss aus der heimatstadt
    joerg

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren