Siedler auf der Xbox

Seit gestern gibt es auf bei Xbox Live Arcade die „Siedler von Catan” für 800 MS-Points. Auf Grund von technischen Problemen gab es gestern dazu keine Demoversion – erinnert irgendwie an die Katze im Sack. Wer mutig genug war, das Spiel trotzdem herunter zu laden, wurde zunächst angenehm überrascht. Der Einzelspieler Modus ist nett, die KI recht ordentlich. Einzig dem Catan Live Modus (mit 3D-Feldern) fehlt es an der Übersichtlichkeit.

Wer dann, voller Vorfreude, über Xbox live mit Freunden spielen wollte, erlebte eine maßlose Enttäuschung. Das Spiel wimmelt von Übersetzungsfehlern (Linker Handelsbilschirm?) und es werden Menüs eingeblendet, die in einer Multiplayer-Version keine Funktion haben. Das größte Manko dürfte wohl die Sieldauer darstellen. Jedem Spieler stehen 1:30 Minuten pro Zug zur Verfügung. Ist er früher fertig, kann der nächste Spieler trotzdem nicht vor Ablauf dieser Zeit mit seinem Zug beginnen. Eine einzige Runde mit vier Spielern dauert so schon allein sechs Minuten – sechs Minuten, in denen meist nicht wirklich spannendes passiert.

Um auf die erforderlichen Punkte zum Sieg zu kommen, sind meist zehn Runden oder mehr nötig. Jeder kann sich selber ausrechnen, wie lang damit die Spielzeit ist. Damit ich nicht falsch verstanden werde: ich mag Catan, als Brettspiel in in geselliger Runde, ganz ohne Computer. Online ist es aber grausam langweilig.

Schwer zu sagen, woran es liegt, aber es wird wohl kaum die Unmöglichkeit sein, Brett- und Kartenspiele angemessen auf ein anderes Medium zu transferieren. So ist zum Beispiel Texas Hold’em äußerst spannend und kurzweilig (oder auch Magic the Gathering online auf dem PC).

Zumindest bis es einen Patch gibt, der dafür sorgt, dass der nächste Spieler unmittelbar nach Beendigung eines Zuges und nicht erst nach Ablauf der Zeit dran ist, kann ich nur jedem empfehlen, die Finger von diesem Spiel zu lassen – es sei denn, er benötigt eine Einschlafhilfe.

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