Sommerzeit und Ironie

Für den, der es noch nicht bemerkt haben sollte: Seit vergangenen Sonntag gilt in Deutschland wieder die Sommerzeit. Zumindest alle öffentlichen Uhren wurden eine Stunde vorgestellt. Was die Menschen zu Hause machen, ist ihnen, zumindest solange sie keine Funkuhr haben, selbst überlassen.

Das die gesamte Prozedur der Zeitumstellung absolut unsinnig ist, dürften wohl die wenigsten Menschen mit einigermaßen klarem Verstand bestreiten. Aber, wie so vieles, ist auch die Sommerzeit mittlerweile EU-weit geregelt und führt ein bürokratisches Eigenleben. An dieser Stelle gibt es kleine Details, die die Kritiker der Sommerzeit schmunzeln lassen. Als Erfinder der Sommerzeit gilt der Engländer (wir wissen ja, was die von der Europäischen Union halten) William Willett. Diesem wurde zu seinen Ehren im Petts Wood, England, ein Denkmal im Form einer Sonnenuhr gesetzt. Dabei ist die Sonneuhr wohl einer der wenigen Uhren, die sich nicht so einfach auf die Sommerzeit umstellen lassen. Auf Englisch wird die Sommerzeit im Übrigen als „dayligh saving” time bezeichnet. Mal ganz ehrlich: eigentlich müsste das daylight slaving time heißen.

Konsequent dumm ist der aktuelle Antrag der FDP-Fraktion im deutschen Bundestag, die Sommerzeit ganzjährig einzuführen. Als Minderheitenpartei am Rande der Bedeutungslosigkeit, zerrieben zwischen der großen Koalition, muss sie sich wohl durch so was hervortun. Allerdings hat die FDP was mit der Sommerzeit gemeinsam: Irgendwann im Herbst verschwindet sie …

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