Verkehrte Raucherwelt

Aktuellen Umfragen zu folge, die in den letzten Tagen in verschiedenen Zeitungen zu finden waren, wenn es um das derzeit von Politikern diskutierte Rauchverbot ging, liegt der Anteil der Deutschen, die sich eine rauchfrei Umgebung wünschen, bei über 70 Prozent. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass der Anteil der Menschen hierzulande, die schweigen und wegschauen, wenn in ausgewiesenen Nichtraucherbereichen geraucht wird, bei fast 90 Prozent liegt.

Es mag zwar auf den ersten Moment wie an den Haaren herbeigezogen klingen, aber nach dem 2. Weltkrieg hat die Mehrzahl der Deutschen auch behauptet, von der Ermordung der jüdischen Mitbürger nichts mitbekommen zu haben. Fakt ist aber wohl, dass das Wegschauen bzw. die mangelnde Zivilcourage in der deutschen Bevölkerung tief verwurzelt sind. Daraus folgt, dass in diesem Land nach wie vor eine Minderheit ihre Mitmenschen terrorisieren kann und darauf bauen darf, dass es weder Widerspruch noch Widerstand gibt.

Auf die Spitze treiben lässt sich das nur noch durch Aussagen von Rauchern, ihre Sucht wäre Ausdruck individueller Freiheit; ihnen auferlegte Restriktionen daher faschistisch.

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