Verkehrte Raucherwelt

Verkehrte Raucherwelt

Aktuellen Umfragen zu folge, die in den letzten Tagen in verschiedenen Zeitungen zu finden waren, wenn es um das derzeit von Politikern diskutierte Rauchverbot ging, liegt der Anteil der Deutschen, die sich eine rauchfrei Umgebung wünschen, bei über 70 Prozent. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass der Anteil der Menschen hierzulande, die schweigen und wegschauen, wenn in ausgewiesenen Nichtraucherbereichen geraucht wird, bei fast 90 Prozent liegt.

Es mag zwar auf den ersten Moment wie an den Haaren herbeigezogen klingen, aber nach dem 2. Weltkrieg hat die Mehrzahl der Deutschen auch behauptet, von der Ermordung der jüdischen Mitbürger nichts mitbekommen zu haben. Fakt ist aber wohl, dass das Wegschauen bzw. die mangelnde Zivilcourage in der deutschen Bevölkerung tief verwurzelt sind. Daraus folgt, dass in diesem Land nach wie vor eine Minderheit ihre Mitmenschen terrorisieren kann und darauf bauen darf, dass es weder Widerspruch noch Widerstand gibt.

Auf die Spitze treiben lässt sich das nur noch durch Aussagen von Rauchern, ihre Sucht wäre Ausdruck individueller Freiheit; ihnen auferlegte Restriktionen daher faschistisch.

3 Replies to “Verkehrte Raucherwelt”

  1. wenn die raucher bloß mal ihren menschenverstand einschalten würden, könnten sie erkennen, wo und wann rauchen einfach unpassend ist. das muss nicht nur da sein, wo ein verbotsschild hängt.
    dann bräuchte es diese leidige diskussion auch nicht. zumal rauchverbote ja eben doch nicht eingehalten werden.

    aber toleranzmässig nehmen sich beide gruppen wohl nichts. der unterschied liegt darin, dass der raucher dem nichtraucher schadet.
    hoffen wir einfach mal das beste! :)

  2. Ich geb dir ja in der Sache sogar weitgehend recht. Aber muss es denn gleich wieder _dieser_ Vergleich sein?

    Ich kenne eine Menge Raucher, die vernünftig mit der Sache ungehen und Rücksicht nehmen. Und in Nichtraucherzonen nicht rauchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute, die das tun zur „auf die Fresse“-Fraktion gehören, ist also wohl recht hoch. Und ich muss mich ehrlich gesagt nicht bei jedem Gang durch den Bahnhof mit solchen Leuten anlegen. Das hat weniger mit mangelnder Zivilcourage zu tun als mit meinem Egoismus. Zugegeben, eine meiner wenigen Schwächen ;-)

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren