Bildung für lau

Zum sechsten Mal in Folge gibt es beim Bafög eine Nullrunde. Wobei das genau genommen auch in diesem Jahr auch wieder keine Nullrunde ist, sondern eine Kürzung, da es keinen Inflationsausgleich oder eine Berücksichtigung der höheren Mehrwertsteuer gibt. Mit dieser Meldung könnte das Thema eigentlich abgeharkt sein und die Studierenden konnten zu den üblichen, aber leider vergebliche Protestreflexen zurückkehren – obwohl sich die schweigende Mehrheit wohl wieder mal ihrem Schicksal fügen wird, was in Deutschland mit ein Grund ist, warum gerade an Bildung so gerne gespart wird.

Das die „Nullrunde” für ein andauerndes sorgt, liegt an den Äußerungen der so genannten „Bildungsministerin” Annette Schavan, die neben der Kürzungsverkündigung auch noch versuchte, die Studierenden für dumm zu verkaufen. Ihren Aussagen zu Folge war das Bafög nie dazu gedacht, „die alleinige Grundlage für die gesamte Studienfinanzierung zu bilden”. Demnach sollen sie Studierende zur Finanzierung ihrer Ausbildung großzügig verschulden oder eben arbeiten gehen. Wobei letzteres, und das verschweigt Frau Schavan, die Studiendauer negativ beeinflusst und die Kosten für die Ausbildung ebenso wie das Alter der Absolventen weiter nach oben treiben wird.

Erwähnt sei noch, dass auf die Studierenden in den meisten Ländern auch noch die eingeführten Studiengebühren zukommen, die auch noch von irgendwas bezahlt werden wollen. Begründet wurde überings die rotze Nullrunde von der CDU-Politikern Schavan damit, dass die Sanierung des Bundeshaushaltes nun mal Vorrang vor einer Bafög-Erhöhung hätte. Ein guter Indikator dafür, welchen Stellenwert Bildung in diesem Land immer noch einnimmt. Angesichts solcher Äußerungen erübrigen sich auch jegliche Pisa-Diskussionen, denn eine Investitionen in die Zukunft ist von Seiten der Bundesregierung offensichtlich nicht erwünscht.

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