Schlagzeilen vom Wochenende

Während das Sturmtief über Deutschland so langsam abklingt und die Flurschäden so gut es geht beseitigt werden, wird auch an anderer Stelle versucht, aufzuräumen. Nach dem der bayrische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber seine Rückzug für den 30. September angekündigt hat, durfte er am Wochenende erfahren, dass Parteifreunde nicht wirklich Freunde sind. Diese hatten nämlich laut überlegt, ob Stoiber nicht doch schon mal zwei Monate vorher zurücktreten könnte.

Aber wie heißt das so schön: Jeder hat die besten Feinde, die er auch verdient, den zaghaft ist Stoiber auch nie mit anderen umgegangen. Das Einzige, was wirklich aufstößt an der Sache, ist, das sich hier mal wieder typische Nachtreten zeigt, wenn jemand schon gestrauchelt ist oder bereits am Boden liegt. Vor zwei Wochen noch waren sie in der CSU-Parteispitze viel zu feigen, offen gegen Stoiber ins Feld zu ziehen.

Anderes Bundesland, erfreuliche Nachrichten. Hannelore soll der SPD in Nordrhein-Westfalen neue Kraft geben. Damit steht zum ersten Mal eine Frau an der Spitze des größten SPD-Landesverbandes. Nur sehr ängstliche Genossen fürchten, dass bald eine Männerquote eingeführt werden muss.

Aber nicht jeder Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten bereitet seiner Partei in diesen Tagen Freude. Außenminister (bald wohl mit dem Zusatz Ex) Steinmeier wird zunehmend zu einer Belastung. In der Causa Kurnaz gehen immer mehr Politiker der großen Koalition auf Distanz zu ihm, da Steinmeier während der Rot-grünen Regierung als Kanzleramtschef für den Geheimdienst verantwortlich gewesen ist. In Zeiten zunehmender Skrupellosigkeit wäre aber eine öffentliche Entschuldigung von seiner Seite und ein Rücktritt von allen Ämter etwas zu viel verlangt. Sicherlich wird wieder irgendein zweitklassiger Beamter aus dem Hut gezaubert, der der Öffentlichkeit dann als Bauernopfer präsentiert wird.

Noch was zum Schluss: Aus Berlin ist zu hören, dass Orkan Kyrill dort am neuen Bahnhof Stahlstreben zum Absturz gebracht hat. Zur Beruhigung sei gesagt, dass es nur Teile der Fassade und keine tragenden Elemente gewesen sind – und das bei der Bahn die Fassade bröckelt, ist schon länger bekannt.

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