Welthungerhilfe

Welthungerhilfe

Jetzt vor Weihnachten trudeln wieder die diversen Spendenaufrufe ins Haus. Das sind die Momenten, wo die meisten von uns noch echte Post bekommen. Die Frage danach, warum die Organisationen der Wohltätigkeit noch nicht auf eMails umgestellt haben, ist recht schnell beantwortet. Per eMail lasen sich keine echten Postkarten, Freundschafsbändchen, herzzerreißende Fotos und andere Mitleidskitsch verschicken.

Fußgemaltes wirkt sauber gedruckt einfach authentischer als wenn es nur digital verschickt würde. Wer all den Aufrufen nachkommen würde, der würde sich und seine Familie vermutlich nicht nur um das Weihnachtsgeld bringen. Sicher, Spenden macht frei (vor allem vom Geld) und es ist auch durchaus löblich, anderen zu helfen.

Sparen wir usn die zynischen Kommentar an dieser Stelle und erwähnen nicht die Menschen, die mit gönnerhafte Geste zehn Euro zu Weihnachten für ein Waisenkind in Afrika spenden, aber ohne mit der Wimper zu zucken an dem Obdachlosen in der Fußgängerzone ihrer Heimatstadt vorbeigehen.

Letztendlich bleibt doch nur eine Erkenntnis: „Allein essen macht satt.”

Und um noch mal auf den Titel dieses Artikels zu kommen: Die Menschen in Afrika brauchen keine Welthungerhilfe, denn hungern, dass können sie auch ohne unsere Hilfe. Schon vor Jahren haben wir daher auch zu der Aktion Brot statt Böller im kritisch angemerkt, dass Brot einfach nicht richtig brennt. Mit schönen Farben explodiert es schon mal gar nicht in der Luft.

Wer ehrlich zu sich selbst ist, der kauft daher auch dieses Jahr wieder ordentlich Böller und sichert so Arbeitsplätze in der dritten Welt – denn dort wir ein großer Teil der Feuerwerkskörper hergestellt (lassen wir mal die katastrophalen Sicherheitsbedingungen außen vor). Böller kaufen bedeutet demnach, den Menschen in Entwicklungsländern zu Lohn und Brot zu verhelfen. Also Brot durch Böller.

12 Replies to “Welthungerhilfe”

  1. Sie haben Recht, Der Hunger wird nicht durch Spenden beendet, aber machmal beenden Spenden um ein Haar NGO Mitarbeiter, die an den Unsinn der Entwicklungshilfe geglaubt haben! Man kann nur sagen VORSICHT MIT SPENDEN!

    Sehr geehrter Herr Dr. P.,

    vermutlich erinnern Sie sich nicht mehr an mich. Ich habe von 1996 bis zum Jahre 2000 in Angola ein Nothilfe Projekt der DWHH in Kwanza Sul koordiniert.

    Zu Ende meines letzten Arbeitszeitvertrages passierten sonderbare Dinge, die mir auch über all die Jahre, die nun vergangen sind, nicht aus dem Kopf gehen wollen. Nach wie vor möchte ich mir den sehr positiven Eindruck, den ich anfänglich von der DWHH hatte, bewahren, obwohl mir bewußt ist, dass es grobe Fehler, Fehlentscheidungen, aber auch gezieltes Mobbing in fast jeder größeren Organisation gibt. Aber die DWHH, die sich als Helfer der Schwachen in dieser Welt darstellt, sollte die Fähigkeit besitzen, mit sich selbst kritsch umzugehen, wenn derartige unschönen Dinge in den eigenen Reihen passieren.

    Das ist der Grund, warum ich Ihnen heute noch einmal schreibe. Ich möchte Ihnen kurz, einige der damaligen Ereignisse ins Gedächnis rufen.

    Der damalige Koordinator Herr Bruno F. und der zeitweilige Logistiker Herr W. versuchten, mir Unterschlagung zu unterstellen und selbst der damalige Generalsekretär, Herr Dr. Volker H. scheut nicht davor zurück, mir die Order zu erteilen, mit den Originalbuchhaltungsunterlagen per Auto auf dem schnellsten Wege nach Luanda zu kommen, obwohl wir in dieser Zeit wegen der viele Überfälle auf der Straße von Sumbe nach Luanda nur noch geflogen sind. Als Mitarbeiterin einer NGO erwartet man, von seiner „eigenen Organisation“ in einem gefährlichen Arbeitsgebiet geschützt und nicht über rebellenverseuchte Straßen beordert zu werden. Nach dieser Weisung versuchte ich damals, die DWHH in Bonn per Satellitentelefon zu kontaktieren, was nicht gelang. Allerdings erreichte ich einen befreundeten Anwalt, der Herrn H. per Fax mitteilen ließ, dass ich mit dem nächst möglichen Flugzeug zur Übergabe der gefordeten Dokumente nach Luanda kommen würde. Davor passierten noch weiter unerfreuliche Dinge, andere Kollegen, aber allen voran Herr Bruno F., versuchten, meine gesamte vierjährige Arbeit in Kwanza Sul in Mißkredit zu bringen. In der Nacht nach diesem sonderbaren Marschbefehl, (vermutlich wurde Herrn Dr. Volker H. unter falschen Vorgaben durch Herrn Bruno F. dazu angeregt) habe ich relevante Unterlagen, die meine seriöse Arbeit belegen, kopiert, weil mir klar wurde, dass von der DWHH kein Schutz mehr ausging. Mein Vorgesetzter, Herr Bruno F., und Verantwortliche auf höchster Eben der DWHH schienen sogar meinen Tod billigend in Kauf zu nehmen, wobei ich hier betonen muß, dass ich damals alleinerziehende Mutter von zwei noch minderjährigen Kindern war. Herrn Bruno F., der für seine Ängstlichkeit auf unsicheren Straßen bekannt war, wußte sehr wohl, wie gefährlich solche Landfahrten zu dem damaligen Zeitpunkt waren. Nur wenige Monate zuvor, war ein Projektfahrzeug von „Safe the Children“ angegriffen, die Insassen erschossen und der Leiter von Safe the Children Gabela“ mit einer Machete grausig ermordet worden und sein Leiche anschließend vermint.

    Nur durch den Besitz von kopierten Buchhaltungs- und Projektunterlagen konnte ich mich vor weiteren Verleumdungen schützen. Wenn die DWHH wirklich versucht hätte, mich wegen Unterschlagung vor Gericht zu bringen, wäre jeder Richter wohl sehr erstaunt, über die dann von mir vorgelegten Dokumente gewesen. Denn diese belegen nicht nur meine korrekte Arbeitsweise und sorgfältige Abrechnung, sondern hätten auch die wenig korrekte Verteilung von Hilfsgütern vor meinem Arbeitsantritt in Kwanza Sul belegt.

    Es muß während meiner Arbeit bei der DWHH innerhalb der Welthungerhilfe in Bonn, wie ein interner Mitarbeiter aus der DWHH (er war unter anderem für die Projektabrechnungen der Angolaprojekten zuständig) damals einer DWHH-Kollegin aus Angola vertraulich erzählte, zu sonderbaren Abrechnungen gekommen sein.
    Zum Beispiel, wurde eine Gehaltsliste aus Sumbe innerhalb der DWHH in Bonn oder bereits im Koordinationsbüro Luanda einfach kopiert und zweimal abgerechnet. Man kann sich leicht vorstellen, dass das BMZ von solchen Abrechnungen nicht begeistert ist.

    Ich habe 1996 ein bereits zehn Jahre lang laufendes völlig marodes Projekt übernommen und die DWHH schienen meine Aufräumarbeit anfänglich sehr willkommen zu sein, einschließlich Aktenarchivierung von über 10 Jahren. Vor mir hatte offensichtlich kaum einer aufgeräumt, man konnte es zum Teil nur mit Gummihandschuhen durchführen, weil die alten Akten voller Rattendreck und Kakerlaken war. Trotz dieses Chaos und Unrats konnte ich mir dabei einen Überblick über die nicht durchgeführten Projektaktivitäten von vielen Jahren verschaffen. Zusätzlich hatte mir ein Evaluierer anfänglich sehr geholfen. Es könnte sehr wohl sein, dieser Evaluierer in einem Brief damals an die Evalierungsabteilung der DWHH geschrieben hat, dass die Welthungerhilfe in dem Projekt Kwanza Sul vermutlich Millionen (wissentlich oder unwissentlich) hat versickern lassen. Jahrelang wurde für den Bau von Schule, Gesundheitsposten mit FfW bezahlt, ohne das diese Gebäude je errichtet beziehungsweise fertiggestellt wurden. Es wäre eine interessante Fragestellung, wohin die Lebensmittel damals gingen, an die Zielgruppen jedenfalls nur in kleinen Mengen. Erst unter meiner Projektleitung sind diese Bauten ziemlich schnell beendet worden und vieles andere mehr, da Herr Amando L. und ich dafür sorgten, dass die Lebensmittel per FfW korrekt an die Zielgruppen verteilt wurden. Selbstverständlich war dafür ein sehr solidarisches Miteinander und viel guter Wille unter den Projektmitarbeiten und den Mitgliedern der Provinzregierung in Sumbe notwendig.

    Wie ich schon erwähnte, besitze ich aus diesen letzten wirren Monaten in Sumbe eine Kiste mit Projektdokumenten in Kopie, die ich jetzt nach mehreren Jahren noch einmal während einer großen Aufräumaktion in meinem Haus in Köln gesichtet habe.
    Zum Beispiel geht aus diesen Dokumenten unter anderem hervor, wie das Koordinationsbüro in Luanda, meine Projektanträge änderte. Bei lokal zukaufenden Hilfsgütern wurden die Preise im Koordinationsbüro Luanda einfach ein bißchen erhöht. Es gab dort offensichtlich Absprachen zwischen Einkäufern und Fabrikbesitzern von Töpfen und Plastikeimern. Besonders Hacken liebte DWHH-Luanda zu sehr hohen Preisen einzukaufen, was mir als Landwirtin besonders gegen den Strich ging. In Brasilien nennt man solch eine Praxis, das Arbeiten mit „notas frias“ .

    Ich habe versucht, durch E- Mails einige Dinge klar zu stellen aber kaum Antwort erhalten. Herr Dr. Volker H. versprach, sich um die Dinge zu kümmern, aber auch nur das. Herr Bruno F. hat ein E-Mail von mir, in dem ich ihn um eine Stellungnahme zu seinen Verleumdungen gegen mich bat, kreativ verändert und versuchte zu behaupten, dass ich ein besonderes persönliches Interesse an ihm gehabt hätte. Dieses von ihm gefälsche E-Mail verteilte Herr Friedrich, zu seiner Zeit noch als Koordinator in Luanda, im ganzen Land, um mich noch weiter zu defamieren. Selbst die deutsche Botschaft soll eine gefälschte Kopie erhalten haben. Freundinnen von mir, die auch den Inhalt des von mir geschrieben e-mails an Herrn Bruno F. kannten, waren erbost über Herrn Friedrichs Versuch, sogar gegen mich unter der Gürtellinie zu agieren, aber ich konnte nur schallend lachen. Mein Privatleben habe ich immer scharf von meinem Berufsleben getrennt und ein solcher Trump, wie Herr Bruno F., hätte wirklich keinen Platz in meinem Privatleben gefunden, aber ich habe ihn anfänglich als Kollegen geschätzt. Was mich aber wundert, dass er weiterhin für die DWHH arbeitet, zu mal Sie, Herr Dr. P., über die Fehlleistung von Herrn Bruno F. genau informiert worden sind, dass ging aus einem Gespräch zwischen Ihnen und der Personalabteilung der AGEH deutlich hervor.

    Es gibt noch einen weiteren brisanten Brief, geschrieben von Herrn Martin W. im Namen der DWHH an die Caritas Freiburg. In diesem Brief wird eine weitere ehemalige DWHH Mitarbeiterin, ebenfall auf übelste Art verleumdet.

    Ich habe viel über die Vorgehensweise in den anderen DWHH-Projekten in Angola gewußt, weil ich ein gutes Arbeits- und Vertrauensverhältnis zu Herrn Amando L., dem Koordinator auf angolanischer Seite, hatte. Ich weiß, dass Herr L. schon seit geraumer Zeit nicht mehr in dem Projekt in Sumbe arbeitet, folglich kann ich Ihnen auch schreiben, warum Herr L. so viel wußte, und wir – trotz Kriegshandlungen – produktiv arbeiten konnten. Herr Lopes war nicht nur ein sehr guter Landwirt sondern auch ein Militär, vermutlich höhren Ranges, der jahrelang in Kuba militärisch ausgebildet worden ist. Vermutlich hatte Herr Manuel S. als Logistiker im Koordinationsbüro Luanda, eine ähnlich militärische Nebenfunktion wie Herr L. ausgeübt. Auch Herr S. verfügte, wie Herr L., über erstaunlich gute Kontakte zu Regierungsstellen.
    Frau Monika K. dagegen, die DWHH-Sekretärin in Luanda war, agierte anders. Sie war unter anderem für den Geldtausch zuständig und nutzte dafür Scheinfirmen. Die Schuhfabrik, mit der sie die „offiziellen“ DWHH-Tauschgeschäfte vornahm, gab es in Luanda nur auf dem Briefpapier, auch Frau Gisela A. wußte genau von diesen wenig feinen Arbeitsvorgegängen. Gerade Frau A. versuchte immer wieder die gesamte Projektarbeit in Sumbe während meiner Zeit als Projektleiterin in Mißkredit zu bringen, wohl wissend dass ihr unverantwortliches Vorgehen im Bezug auf die Kontrolle der Finanzen in Sumbe unter der Leitung von Herrn Arminde durch mich hätte ans Tageslicht kommen können. Sie hätte das Verschwinden von Hilfsgütern vermutlich in Millionenhöhe durch einfache Kontrollbesuche vor Ort schnell feststellen und beenden können.
    Sie hat es aber einfach nicht durchgeführt und man fragt sich erneut warum.

    Das Weggehen aus Angola war sehr bitter für mich, aber ich habe dort viel gelernt und erfahren. Heute sehe ich insbesonder die Nothilfe mit anderen Augen. Alle meine Freunde und Bekannte, die ich zu Spenden für die DWHH während meiner Tätigkeit animiert habe, wissen über meine Erlebnisse mit der DWHH und überlegen sich weitere Spendengabe an ihre Nothilfe-Organisation genau.
    Ich habe mich mit den Zielen und Inhalte Ihrer Organisation im hohen Maße identifiziert. Umso herber war meine Enttäuschung über das rüde Verhalten der DWHH (einschließlich einer völlig haltlosen schriflichen Verwarnung) gegen mich und die Mißachtung meine gesamten geleisteten Arbeit.

    Das einzige was man mir zur Last legen kann, ist die Einführung von Acerolasamen aus Brasilien nach Angola. Es geschah zwar mit Wissen des Landwirtschaftsdelegados aus Sumbe, aber ich habe die Einfuhr dieser Samen nicht offiziell deklariert. Es handelt sich um einen robuster Strauch, dessen Früchte zu den vitaminreichsten zählen, die es gibt. Öl; Maismehl und Bohnen haben kaum Vitamin C, und mir schien, daß die fehlende Widerstandskraft der Flüchtlingskinder und zum Teil ihr Tod unter allem durch Vitamin C Mangel bedingt war.

    Was wohl aus meiner illigalen Einfuhr geworden ist ?
    Und was soll nun mit der Kiste und den Dokumenten geschehen?

    Es gibt verschieden Optionen, die Kiste geht an die Staatsanwaltschaft (das ist der Ratschlag meiner juristischen Freunde), oder die Kiste geht an die Presse und an Blogs, oder ich übergebe Ihnen die Kiste. Die letzte Optionen wäre mir die liebste, allerdings unter einer Bedingung, ich möchte, dass die Welthungerhilfe sich für das Unrecht, was sie mir angetan hat, entschuldigt.
    Beruflich spielt eine solche Entschuldigung für mich keine Rolle mehr, denn ich habe mich mit Erfolg selbstständig gemacht aber moralisch bedeutet mir eine solche Entschuldigung sehr viel. Ich möchte nicht weiterhin das Gefühl haben, fast vier Jahre meines Lebens unter schwierigen und zum Teil sehr gefährlichen Bedingungen für eine unseriöse NGO gearbeitet zu haben.

    Abschließend möchte ich sie noch einmal daran errinnern, dass – als noch niemand von „Milleniumsdörfer“ in Kwanza Sul sprach, das DWHH-Team in Sumbe unter meiner Leitung fast 100.000 Bäume gepflanzt hat, neben umfangreichen anderen Projektmaßnahmen im Bereich der Nothilfe und Ernährungssicherung. Daneben wurden in der ganzen Provinz Kwanza Sul, auch in den damaligen von der UNITA kontrollierten Gebieten, Obstgärten mit veredelten tropischen Obstarten angelegt, um langfristig eigenes Veredlungsmaterial zu haben. Als ich Sumbe verließ, trugen einige dieser Gärten schon Früchte. Ich hoffe, meine Nachfolger haben dies wertvollen Gärten nicht verkommen lassen.

    Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören und mit freundlichen Grüßen

    Reinhild Roeder

  2. @Luana Roeder: Ich lass den sehr langen Kommentar hier mal einfach so stehen, möchte aber ausdrücklich betonen, dass es sich dabei um eine persönliche Meinungsäußerung handelt. Sollte jemand daran Anstoß nehmen, bitte ich um kurze Mitteilung.

    Mit Bezug auf mein Impressum sei noch folgendes hinzugefügt:

    „Im Sinne einer Schadensminderungsppflicht werde ich die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorherige Kontaktaufnahme mit mir als unbegründet zurückweisen.“

    Welche Meinung ich zum Thema selber vertrete, habe ich durch den Artikel zum Ausdruck gebracht.

  3. Hallo Reinhild Roeder,
    Angola ist und bleibt nun mal ein heisses Pflaster. Ich war 1996 und 1997 für eine NGO in Malanje tätig. Und mein Logistiker war vorher auch bei der DWHH. u.a. auch in Sumbe und Caxito. Auch er hatte mir bei langen Abenden auf der Terrasse von vielen Ungereimtheiten erzählt. Und Deine Erfahrungen decken sich mit denen, meines ehemaligen Kollegen doch sehr. Ich denke, zum Erfahrungsaustausch sollten wir auf jeden Fall einmal in Kontakt kommen. kinaxixi(at)msn.com

  4. Lieber Dieter,
    ja ich bin oder beser war die “ Reinhild“ aus Haldern, sonderbare auf welchen Seiten man sich wieder trifft. Ich lebe seit ein paar Jahren erneut im Nordosten Brasilien, schreibe mir an folgende e-mail Adresse reinhild.roeder@uol.com.br
    Mit herzlichen Grüßen
    Reinhild

  5. Hallo Herr “ Kinaxixi,
    schreiben sie an meine e-mail Adresse, gerne bin ich an einen Gedanken- und Informationsaustausch bezüglich Angola interessiert. Meine Erfahrungen werde ich in einem Blog zusammen mit meiner jüngere Tochter Luana ins Internet stellen. Wir bereiten dies zur Zeit vor, gleichzeitig recherchiere ich zusammen mit Freunden wohin die Lebensmittel von 1987 bis 1996 in Kwanzu Sul wirklich gingen.
    Meine Internetadresse:reinhild.roeder@uol.com.br
    Wir würden uns freuen von Ihnen zu hören.
    Luana und Reinhild Roeder

  6. Zu dem Brief von Reinhild Roeder und auch zu den Kommentaren fällt mir auf, wie sehr es an öffentlichem Interesse, Kommunikation und an menschlicher Verbundenheit fehlt, denn sonst könnten so sonderbare Dinge nicht passieren. Und wenn so etwas passiert, redet man darüber, versucht einen realistischen Blick auf die damalige und heutige Situation und – wo Fehler geschehen sind werden sie benannt und so weit wie möglich, wieder gut gemacht. Diese grundlegende Lektion ist bei der DWHH (aber auch bei anderen Hilfsorganisationen!) nie angekommen und es fehlt so ein wesentlicher, menschlicher Aspekt in der Arbeit. Ich frage mich, wie kann man seriöse Arbeit in einem Katastrophengebiet leisten, wie verlässlich ist die Entwicklungszusamenarbeit überhaupt dann noch, wenn man mit Pannen und Fehlern nicht umgehen kann?
    Wenigstens sollten wir diese Schwierigkeit selbstkritisch mit in die Arbeit einbeziehen. Das erwarte ich selbstverständlich von einem mit Steuergeldern und Spenden geförderten professionellen Anbieter wie der DWHH.

  7. Mein Name ist Luana R. und bin die Tochter von Reinhild R. Ich habe in Angola mit meiner Mutter zwei Jahre gelebt, mußte dann aber auf ein Internat in Namibia , weil die kriegerischen Auseinandersetzungen in Angola auch die Provinz in der wir lebten,Kwanza Sul, betrafen und die Fahrten mit dem Auto zu gefährlich wurden. Ich habe immer sehr viel mit meiner Mutter über die damaligen Ereignisse gesprochen, kenne ihre Versuche, sich Klarheit über die gemeinen und gefährlichen Aktionen der DWHH gegen sie zu beschaffen. Meine Mutter war in der Provinz Kwanza Sul eine sehr respektierte Person, selbst die alten Sobas bezeichnten sie als „ihre Mutter“, was in Afrika eine große Ehre ist. Ich kann mich gut daran erinnern, dass die Eltern meiner Freunde , mir oft sagten, dass erst mit der Ankunft meiner Mutter die Lebensmittel wirklich an die Flüchtlinge verteilt wurden, vorher gingen sie direkt an die UNITA. Jedenfalls sagten das meine Nachbarn und auch die mexikanischen Nonnen, bei denen ich das Sticken lernte. Für mich als Kind war es schrecklich zu sehen, dass die Deutsche Welthungerhilfe DWHH, meine Mutter wie eine Kriminelle zu behandeln begann, die Unterschlagung begangen haben sollte. Ich habe noch heute vor Augen, wie Bruno F., der Chef des DWHH Büros in Luanda, meine Mutter sehr abwertend behandelte.
    Heute studiere ich Internationale Beziehungen an der Federalen Universität in Brasília, Brasilien. Ich habe mir fest vorgenommen, meine Graduiertenarbeit über die Auswirkungen von Entwicklungshilfe und Nothilfe an Beispiel der Welthungerhilfe und der Caritas zu analysieren.
    Wie wenig Respekt , die Welthungerhilfe vor ihren ehemaligen Mitarbeiten hat, zeigt das kurze E-Mail von Ihnen, Herrn Preuss, an meine Mutter, Sie bezeichnen meine Mutter als eine „Unzivilisierte“, weil ich Unrecht öffentlich gemacht habe, das E-mail in diesem Bloc hat meine Mutter direkt an sie, Herr Preuss geschickt, aber heute kann man zum Glück Informationen sofort um die Welt schicken, meine Freunde in Angola wissen schon lange, dass meine Mutter nun eine „Unzivilisierte also eine Wilde ist , die die DWHH lieber tot gesehen hätte. Aber ich brauche meine Mutter noch, und so habe ich meine eigene „eixo do mal“ , darauf steht ganz oben, Bruno F., Walburga G. Z., Martin W. und nun auch Sie, Herr Preuss. Meine Mutter ist eine zivilisierte und respektierte Frau. Respekt ist in Brasilien etwas sehr wichtiges.
    Meine Mutter hat mir Ihr E-Mail zugeschickt, und ich setze dies hier in diesen Bloc, geauso wie ich den Brief meine Mutter an sie hier herein gestellt habe. Meiner Mutter war es egal, weil sie nicht mehr in der Entwicklungshilfe arbeitet. Ich gebe mich mit ihrer Rückmeldung nicht zufrieden. Ich ermutige meine Mutter und helfe ihr alle Einzelheiten im Internet zu verbreiten. In dieser Finanzkrise müssen wir alle sparen, da kann jeder bei den Spenden beginnen. Wie lernen hier in unserem Studium, wie Spenden die armen Länder noch abhängiger machen. Wir in den Schwellenländern und den Entwicklungsländern brauchen Bildung und Technologie und keine Brotkrümmel. Hier an meiner Universität studieren Leute aus aller Welt , vor allem aus Afrika, nur das ist gute Entwicklungshilfe. Ihre Organisation versucht Abhänigkeiten zu schaffen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre wilde und ebenfalls unzivilisierte
    Luana R

    denn meine „unzivilisierte Mutter“ hat ein wildes Kind großgezogen

    —– Original Message —–

  8. Vor 40 Jahren war ich ein Mitschüler von Reinhild Roeder in Emmerich und sie war schon damals eine Person mit hohen moralischen Ansprüchen und durch und durch integer.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren